In Neuhausen sorgt die geplante Gebührenerhöhung für Kita- und Schulbetreuung für Proteste. Eltern fordern Transparenz, während die Gemeinde mit einem Defizit kämpft.

Volontäre: Yelin Türk (tye)

Eine mögliche Erhöhung von Gebühren für die Kita- und Grundschulbetreuung sorgt in Neuhausen aktuell für Unmut unter Eltern. Um zehn Prozent sollen die Preise zum 1. April steigen. Die Elterninitiative Neuhausen bewertet die Gebührenerhöhung kritisch: „Viele betroffene Familien empfinden diese Maßnahme als finanziell kaum noch tragbar und sozial unausgewogen.“

 

Das Thema trifft in der Bevölkerung derzeit auf hohe Resonanz. Eine Online-Petition gegen die geplante Gebührenerhöhung hat einen Tag nach ihrem Start bereits fast 600 Unterstützerinnen und Unterstützer erreicht.

Neuhausen kämpft mit 2,4 Millionen Euro Defizit

Die Gemeinde Neuhausen hat, wie andere Gemeinden auch, mit Finanzproblemen zu kämpfen. Trotz Sonderförderungen von Bund und Land hatte die Gemeinde im Ergebnishaushalt des vergangenen Jahres nach eigenen Angaben ein Defizit von 2,4 Millionen Euro. Das bedeute, dass Neuhausen im laufenden Finanzhaushalt lediglich einen Liquiditätsüberschuss von rund 350 000 Euro hat und somit anfallende Kredittilgungen in Höhe von 718 000 Euro nicht tragen könne.

Deswegen wolle der Gemeinderat in einer Sitzung ein Gesamtpaket an Sparmaßnahmen beschließen. Dazu gehöre auch die Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren. Dieser sei der größte Zuschussbereich der Gemeinde. Durch die Beitragserhöhung werde dabei lediglich der Kostendeckungsgrad durch die Eltern erhöht. Die Sparmaßnahmen würden nicht nur Eltern treffen; auch eine Erhöhung der Freibadentgelte und Bestattungsgebühren steht im Raum. Die Lasten und Einschnitte sollen dadurch möglichst verteilt werden.

Eltern fordern Transparenz vor Gemeinderatssitzung

Ob die Gebühren im April erhöht werden und welche Sparmaßnahmen konkret getroffen werden, wird in der Gemeinderatssitzung am 27. Januar um 17 Uhr entschieden. Ursprünglich sollte die Sitzung im Rathaus stattfinden, da aber mehr Interessenten als üblich erwartet werden und wegen Brandschutzbestimmungen, wird sie in der Egelsee-Festhalle (Rupert-Mayer-Straße 74) abgehalten. In der Zwischenzeit hat der Gesamtelternbeirat nach eigenen Angaben die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats angeschrieben und Transparenz, Alternativen sowie eine sozial gerechtere Ausgestaltung eingefordert.