Finanzzwischenbericht für den Rems-Murr-Kreis Unerwarteter Geldsegen für den Landkreis

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Das Landratsamt hat zum Jahresende deutlich mehr in der Kasse als gedacht. Das Geld soll zur Schuldentilgung verwendet werden. Doch das muss künftig nicht mehr automatisch der Fall sein.

Die Finanzlage im Landratsamt ist viel besser als gedacht. Foto: dpa/Daniel Reinhardt
Die Finanzlage im Landratsamt ist viel besser als gedacht. Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Rems-Murr-Kreis - Die Endabrechnung für das Haushaltsjahr 2018 beschert dem Landkreis ein unerwartetes Plus. Unter dem Strich rechnet der Kämmerer Peter Schäfer mit 26,7 Millionen Euro, kalkuliert war ein Verlust von einer Million. Gründe für den deutlich positiven Saldo in der Bilanz sind nach wie vor rege sprudelnde Steuerquellen, aber auch geringere Aufwendungen im Sozialbereich sowie für Geflüchtete.

Höhere Personalkosten als gutes Zeichen

Auch für das laufende Jahr werden Verbesserungen gegenüber dem Planansatz erwartet. Der Kämmerer geht von einem Plus in Höhe von 8,3 Millionen Euro aus. Dass dabei die Kosten fürs Personal um knapp drei Millionen Euro über der erwarteten Größe liegen werden, werten Schäfer und der Landrat Richard Sigel ebenfalls positiv. Die Mehrausgaben resultierten daraus, dass man mehr offene Stellen besetzen konnte als bisher üblich. So sei man in der Vergangenheit von rund 140 bewilligten aber dennoch vakanten Stellen ausgegangen. Zum Jahresende werde diese Zahl dank erfolgreicher Personalakquise wohl nur bei etwa 100 liegen.

Das Geld, das in der Kreisbilanz unter dem Strich übrig bleibt, soll wie im Kreistag vereinbart zum Abbau der Schulden verwendet werden. Zum Jahresende könnte der Stand im Kernhaushalt so auf rund 31 Millionen Euro reduziert werden – nicht eingerechnet freilich die Darlehen der kreiseigenen Gesellschaften wie Krankenhaus, Kreisbau oder Abfallwirtschaft, die diesen Wert mehr als verzehnfachen.

Klinikdefizit wird kleiner

Doch auch bei dem größten Schuldenverursacher, den Kliniken, sieht sich der Landrat „voll, beziehungsweise über Plan“. Das Defizit, das der Landkreis ausgleichen muss, sei von 30 auf aktuell 15 Millionen Euro gesunken. Das mittelfristige Ziel sei ein jährlicher Abmangel von fünf bis zehn Millionen Euro, so Sigel.

Ob allerdings auch künftig alle außerplanmäßigen Überschüsse in den Schuldenabbau fließen werden, ist offen. Insbesondere die Bürgermeister im Kreistagsgremium würden sich auch eine stärkere Entlastung der Kommunen bei der Kreisumlage wünschen. Der Landrat kündigte für die anstehenden Haushaltsberatungen einen neuen Vorschlag der Kreisverwaltung für die Finanzierungsleitlinie an.