Firmenzentrale in Waldenbuch So sieht das neue Herz von Ritter Sport aus

Die Schokowerkstatt steht auch den Angestellten zur Verfügung. Foto: Claudia Barner
Die Schokowerkstatt steht auch den Angestellten zur Verfügung. Foto: Claudia Barner

Mit seinem letzten Erweiterungsbau auf dem Gelände der Firmenzentrale in Waldenbuch will der Schokoladenhersteller Ritter Sport ein Zeichen für modernes und innovatives Arbeiten setzen.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Waldenbuch - Das gelbe Sofa hat schon einen Spitznamen gefunden – die Banane. Das halbrunde Sitzmöbel erinnert an die Promi-Couch der Fernsehsendung „Wetten, dass?“ Statt auf der Showbühne steht es in der Unternehmenszentrale von Ritter Sport in Waldenbuch. Auch hier soll es Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Gemeinsam mit vielen anderen Gestaltungselementen steht es für eine neue und moderne Art des Arbeitens.

Der Schokoladenhersteller hat den Erweiterungsbau seiner Verwaltungszentrale mit pfiffigen Ideen und nachhaltigen Konzepten gespickt. „Hier schlägt das Herz der Marke Ritter Sport. Wir setzen damit ein klares Zeichen für eine innovativere Art des Arbeitens“, sagt der Ritter CEO Andreas Ronken.

Die Erweiterung kostet Ritter Sport 18 Millionen Euro

Rund 18 Millionen Euro hat Ritter Sport in den architektonischen Innovations-Booster investiert. Drei Jahre lang wurde gebaut. Vor vier Wochen haben die ersten Mitarbeiter das Gebäude bezogen. Aus dem hohen Eingangsbereich mit den bunt leuchteten Treppenstufen fällt der Blick auf die Firmengebäude aus den Anfangsjahren. Damit schließt sich der Kreis. „Dies ist der letzte Baustein an unserem Stammsitz“, erklärt der Unternehmenssprecher Thomas Seeger. Der Platz am Ufer der Aich ist ausgereizt. Künftige Erweiterungen müssen an anderer Stelle stattfinden.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Warum Bio bei Ritter Sport nicht funktioniert

Doch das ist Zukunftsmusik. Im Moment konzentriert sich das Unternehmen auf die Stärkung seiner Marke und arbeitet mit Hochdruck daran, die Besonderheiten des Kakaos herauszuarbeiten. Das hochwertige Produkt steht im Mittelpunkt und erzählt bestenfalls eine Geschichte. Die Impulse dazu sollen aus der neuen Firmenzentrale kommen. „Mit den flexiblen Strukturen wollen wir das Solo-Denken aufbrechen, Abteilungen miteinander verbinden und die Kommunikation fördern“, betont Benjamin Flaig, der den Neubau als Gesamtprojektleiter begleitet hat.

Um das Thema Schokolade kommt hier niemand vorbei

Forschung und Entwicklung, Marketing- und Kommunikation sowie der Vertrieb sind jetzt unter einem Dach vereint. „Weite Wege von Gebäude zu Gebäude oder das Versenden von internen Mails entfällt. Wir wollen ein agiles Arbeiten fördern“, erklärt Thomas Seeger. „Im besten Fall verkürzen sich die Projektlaufzeiten um bis zu 50 Prozent“, hofft Andreas Ronken. Und auch das ist ihm wichtig: „Wir möchten unkomplizierter werden und der Entfremdung zum Produkt entgegenwirken.“

Tatsächlich kommt am Thema Schokolade in dem dreistöckigen Anbau niemand vorbei. Die verglasten Konferenzräume tragen Namen wie „Knusperflakes“ oder „Edel-Vollmilch“. Für Kaffeebars, Sitzgruppen, Ruhezonen, Telefon-Kabinen oder das Verpackungslabor, die Innovationswerkstatt und die Versuchsküche gilt die Devise: Alles so schön bunt hier. „Das offene Konzept und die Farben bringen die Schokolade ins ganze Haus“, schwärmt Benjamin Flaig.

Das Arbeiten soll sich verändern

Die Strahlkraft der Farben ist jedoch nur ein Aspekt der neuen Arbeitswelt. Feste Schreibtische gibt es nicht mehr. Man setzt sich hin, wo gerade Platz ist oder wo die Kollegen arbeiten, mit denen ein Projekt entwickelt wird. „Wir können so mehr Schnittstellen schaffen“, sagt Thomas Seeger. Arbeiten im Team, Brainstorming in kleinen Gruppen, rumspinnen bei einer Tasse Kaffee – von Begegnungen wie diesen verspricht sich der Mittelständler auch eine stärkere Identifikation mit dem Unternehmen.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Neue Rösterei muss in die Warteschleife

Doch das neue Gebäude kann noch mehr. Nachhaltigkeit und Ökologie haben beim Bau eine große Rolle gespielt. So ist etwa die Außenfassade aus Holz, das Dach wurde mit Solarzellen bestückt, Regenwasser wird für Toiletten sowie die Bewässerung von Grünflächen genutzt. Außerdem wurde nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip gebaut. Das heißt, die verwendeten Materialien können problemlos in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden. Und weil das Waldenbucher Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit nichts dem Zufall überlasst, läuft das Zertifizierungsverfahren für den Gold-Standard bei der Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) bereits.




Unsere Empfehlung für Sie