Fischsterben in Stuttgart-Möhringen Sprudler sollen den Fischen im See helfen

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Die Initiative Lebensraum Möhringen (Ilm) spendet dem Möhringer Anglerverein Geld für zwei Belüftungsanlagen im Probstsee. Doch damit allein ist es noch nicht getan. Beim Riedsee steht nun wohl bald eine große Lösung an.

Petra Sturm, Vorsitzende der Ilm, übergibt den symbolischen Scheck an Franco Agostini vom Angler-Verein. Im Hintergrund sind im  See die Sprudler erkennbar. Foto: Alexandra Kratz
Petra Sturm, Vorsitzende der Ilm, übergibt den symbolischen Scheck an Franco Agostini vom Angler-Verein. Im Hintergrund sind im See die Sprudler erkennbar. Foto: Alexandra Kratz

Möhringen - Es sieht aus wie zwei Springbrunnen im Wasser. Im hinteren Teil des Probstsee sprudeln an diesem Mittag kleine Fontänen. Der Grund dafür sind die neuen Belüftungsanlagen, die sich seit Kurzem unter der Wasseroberfläche befinden. Sie steigern den Sauerstoffgehalt in dem See. Das ist wichtig, weil das künstlich angelegte Gewässer keinen natürlichen Zulauf hat. Die Sommer werden immer heißer und trockener. Der Wasserstand ist niedrig, das Wasser erwärmt sich stark, und der Sauerstoffgehalt sinkt. Das schadet den Fischen. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder mal Schreckensmeldungen, das Tiere mit dem Bauch noch oben im Wasser treiben.

Von diesen Problemen hat auch die Initiative Lebensraum Möhringen-Sonnenberg-Fasanenhof (Ilm) erfahren. „In unserer Satzung steht, dass wir uns unter anderem für die Förderung und den Erhalt der Schöpfung engagieren“, sagt Petra Sturm, die seit Kurzem Vereinsvorsitzende ist. Der Probstsee sei ein Kleinod und ein Erholungsgebiet. „Wir wollen dazu beitragen, dass es dem See und den Fischen besser geht“, sagt Petra Sturm. Darum habe die Ilm knapp 1400 Euro für den Kauf von zwei Belüftungsanlagen zur Verfügung gestellt.

Anglerverein aktiviert seine Mitglieder regelmäßig zu großen Putzaktionen

Spendenempfänger ist der Anglerverein Möhringen. „Wir sind ein Naturschutzverein“, betont der Vorsitzende Franco Agostini. Er und seine Mitstreiter würden seit Jahren für den Probstsee und auch den Riedsee kämpfen. Der Verein hat beide Gewässer von der Stadt gepachtet und ist damit zuständig für die Hege. Dazu gehören die regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität, die Überprüfung und Pflege des Fischbestands sowie der gezielte Besatz mit Jungfischen. Zudem aktiviert der Verein seine Mitglieder regelmäßig zu großen Putzaktionen. Dann fischen und sammeln vor allem die Jugendlichen Unrat und Müll aus dem See und dem Uferbereich. Agostini macht deutlich, dass die beiden Seen ohne menschliche Hilfe kaum überleben können. Darum freue man sich über das Geld für die beiden Belüftungsanlagen. Der Riedsee ist schon seit einiger Zeit mit zwei solcher Geräte ausgestattet. Diese hat der Verein selbst finanziert.

Der Riedsee soll ausgebaggert werden

Doch das allein reiche noch nicht, sagt Agostini. Trauriger Beweis dafür ist der Einsatz Mitte August am Riedsee. Am 14. August meldete die Pressestelle der Stadt, dass 60 tote Fische geborgen werden mussten. Um das Wasser abzukühlen und mehr Sauerstoff in den See zu bekommen, pumpten die Berufsfeuerwehr und die Netze BW Frischwasser in den See. Künftig könnte sich die Situation am Riedsee deutlich verbessern. Denn der See soll ausgebaggert werden. Das heißt, Schlamm wird entfernt, damit der See wieder tiefer wird. „Vielleicht passiert das noch in diesem Jahr“, hofft Agostini.

Indes freut sich der Verein über großen Zulauf. „Ich bekomme jede Woche Anrufe, dass jemand Mitglied bei uns werden will“, sagt der Vorsitzende. Der Verein habe große Mühe, der Nachfrage gerecht zu werden, denn er könne nur so viele Mitglieder aufnehmen, wie er Wasserfläche zur Verfügung habe. Zwar hat der Möhringer Anglerverein auch noch zwei kleine Seen im Rohrer Park in seiner Obhut. Aber dort gibt es so gut wie keine Fische.

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