Fischsterben in Stuttgart Wieder weniger Sauerstoff im Max-Eyth-See

Von Julika Wolf 

Einige Fische haben die Kleinkatastrophe mit über 50 000 toten Fischen überlebt – jetzt sind Werte wieder niedriger. Die Bürgervereine in der Umgebung werden aktiv. Auch die SPD im Gemeinderat fordert ein Konzept.

Tote Fische am Max-Eyth-See Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Tote Fische am Max-Eyth-See Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Die Lage am Max-Eyth-See hat sich wieder verschlechtert. Am Freitagvormittag hat das Tiefbauamt im süd-westlichen Bereich des Sees nur noch 4,5 Milligramm Sauerstoff pro Liter gemessen, sagt Stadtsprecher Sven Matis. Deshalb habe man sogleich das Technische Hilfswerk aktiviert, welches das Seewasser am Wochenende erneut mit Pumpen umwälzt. Währenddessen werde das Tiefbauamt mehrmals am Tag den Sauerstoffwert messen, um akut reagieren zu können. Wie es zur Verschlechterung der Werte kommt, könne die Stadt nicht sagen. Auch der Vorstand des Württembergischen Anglervereins, Hans-Hermann Schock, hat keine Erklärung dafür.

„Erleichtert sind wir, dass Leben im See zu beobachten ist. Wir können Meldungen bestätigen, wonach sich wieder Fische, zum Beispiel Karpfen, im See tummeln“, berichtet Sven Matis. Das bestätigen auch Gerhard Pfeifer vom Bund für Umwelt und Naturschutz und Schock vom Anglerverein. Besonders Jungfische haben überlebt, berichten beide. Schock vermutet, sie haben im Strom der Pumpen sauerstoffreiches Wasser abbekommen und so überlebt.

Bürgervereine planen Aktionstag

Nachdem in den letzten zwei Wochen rund 50 000 Fische gestorben waren, sind auch die Bürgervereine aktiv geworden. Vier von ihnen – Hofen, Mühlhausen, Freiberg-Mönchfeld und Neugereut – planen einen Aktionstag Max-Eyth-See. „Wir wollen mit Infoständen, Wanderungen, Kinderaktionen und mehr über den See informieren“, sagt die Vorsitzende des Bürgervereins Hofen, Sabine Schick-Kurfeß. Der Tag soll voraussichtlich im nächsten Herbst stattfinden, um Erkenntnisse und Lösungen der Stadt mit einbeziehen zu können. Dementsprechend sei die Planung noch nicht über die ersten Ideen hinaus fortgeschritten.

Auch die SPD im Stuttgarter Gemeinderat hat inzwischen Forderungen gestellt. In erster Linie verlangt sie eine schnelle, transparente Aufklärung von der Stadt. Außerdem beantragt die Partei ein Gesamtnutzungskonzept für das Naherholungsgebiet um den See und einen genauen Plan für die angekündigten langfristigen Lösungen.

Solche Lösungen haben auch viele Bürger in den letzten Tagen gefordert – teilweise mit konstruktiven Ideen: von der Sanierung über die Öffnung des Sees zum Neckar bis hin zu spezieller Wassertechnik. Eine Petition, die Umweltbürgermeister Peter Pätzold (Grüne) zum Handeln aufruft, hat eine Woche nach Beginn knapp 1400 Unterstützer. Die Stadt ist momentan dabei, verschiedene Ansätze zu prüfen. Bis Ende 2019 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

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