Flächen für den Nordschwarzwald Lückenschluss im Nationalpark

Nach der Stadt Baden-Baden will auch Bühl (Kreis Rastatt) Teil des geplanten Nationalparks werden. Dafür stimmte  der Gemeinderat am Mittwochabend mit großer Mehrheit. Bühl bietet dafür 135 Hektar des Stadtwaldes an der Schwarzwaldhochstraße an. Foto: dpa
Nach der Stadt Baden-Baden will auch Bühl (Kreis Rastatt) Teil des geplanten Nationalparks werden. Dafür stimmte der Gemeinderat am Mittwochabend mit großer Mehrheit. Bühl bietet dafür 135 Hektar des Stadtwaldes an der Schwarzwaldhochstraße an. Foto: dpa

Der Gemeinderat der Stadt Bühl hat jetzt zugestimmt, 135 Hektar Stadtwald für die Einrichtung des Nationalparks bereit zu stellen. Der Naturschutzbund hofft, dass das Beispiel Schule macht.

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Bühl - Nach Baden-Baden bietet jetzt auch Bühl im Landkreis Rastatt eine Fläche für den Nationalpark an. Am Mittwochabend entschied der Gemeinderat mit großer Mehrheit, rund 135 Hektar Stadtwald an der Schwarzwaldhochstraße bereitzustellen. Gleichzeitig billigte das 32-köpfige Gremium einen vom Landkreis erarbeiteten Forderungskatalog.

Mit den Flächen der Stadt Bühl wird ein Lückenschluss zwischen dem Baden-Badener Forst und der Gebietskulisse Hoher Ochsenkopf weiter südlich möglich. Agrarminister Alexander Bonde und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (beide Grüne) hatten vor Kurzem ihre Vorschläge für den von der Landesregierung geplanten Nationalpark präsentiert. Neben dem Gebiet Hoher Ochsenkopf sollen auch Schutzgebiete rund um den Schliffkopf und den Ruhestein im neuen Park liegen.

Baden-baden hat im Mai schon 420 Hektar angeboten

Im Mai hatte die Stadt Baden-Baden rund 420 Hektar Stadtwald in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosshotels Bühlerhöhe und dem Aussichtspunkt Badener Höhe angeboten. Die Flächen der Stadt Bühl, die Minister Bonde – vorbehaltlich des Gemeinderatsbeschlusses – mit eingeplant hatte, befinden sich östlich der Bundesstraße B 500. Direkt an die Bühler Flächen grenzt östlich etwa 160 Hektar Staatswald auf Gemarkung Forbach, der offenbar nicht in der Gebietskulisse liegen wird. Nach einem Vorschlag des Bühler Forstbetriebs solle das Land der Stadt Bühl für den Stadtwald an der Schwarzwaldhochstraße zudem „gleichwertige Ersatzflächen“ zur Verfügung stellen.

Ein Ende Mai vorgelegtes Strategiepapier des Landkreises Rastatt billigte der Gemeinderat in Bühl ebenfalls. Landrat Jürgen Bäuerle (CDU) möchte die Konzeption mit insgesamt zehn Forderungen in allen betroffenen Kommunen beraten und anschließend vom Kreistag Ende Juli beschließen lassen. Kernforderungen sind unter anderem der Erhalt und die ungeschmälerte weitere Finanzierung des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Außerdem erwartet man eine „echte Zusatzförderung durch das neue Großschutzgebiet“ und den Schutz benachbarter kommunaler und privater Wälder vor Borkenkäferbefall. Deshalb wird insbesondere eine Verdoppelung des Schutzabstandsstreifens von 500 auf 1000 Meter Breite gefordert.

Naturschutzbund: Menschen stehen hinter dem Projekt

Der Naturschutzbund Baden-Württemberg zeigte sich erfreut. „Damit schlägt Bühl die Brücke zu den Flächen der Stadt Baden-Baden und sichert sich die Möglichkeit, echte Nationalpark-Gemeinde zu werden“, sagte der Nabu-Landesvorsitzende Andre Baumann. Der Beschluss zeige einmal mehr, dass viele Kommunen und Menschen der Region voll hinter dem Nationalpark stehen und das Projekt umsetzen möchten. Baumann forderte die CDU-Landtagsfraktion auf, dies anzuerkennen und nicht ständig zu behaupten, „die Region“ wolle den Nationalpark nicht.

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