Flammende Sterne in Ostfildern Ein Meister der Himmelschoreografie

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Der zehnte Geburtstag hat gehalten, was der Veranstalter versprochen hatte: Nach zwei eindrucksvollen Feuerwerken am Freitag und Samstag setzte Joachim Berner dem Spektakel „Flammende Sterne“ am Sonntagabend die Krone auf - und gewann den Wettbewerb. 

Joachim Berner hat den „Flammenden Sternen“ am Sonntag die Krone aufgesetzt. Foto: Horst Rudel 101 Bilder
Joachim Berner hat den „Flammenden Sternen“ am Sonntag die Krone aufgesetzt. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Der zehnte Geburtstag hat gehalten, was der Veranstalter Joachim Wünsche versprochen hatte. Nach zwei eindrucksvollen Feuerwerken der britischen und spanischen Gäste am Freitag und Samstag setzte der Lokalmatador Joachim Berner dem Feuerwerksspektakel „Flammende Sterne“ am Sonntagabend die Krone auf. Er schoss solch eindrucksvolle Bilder in den Himmel über den Scharnhauser Park, dass die 15 000 Gäste, die zum dritten Feuerwerk innerhalb von drei Tagen auf das ehemalige Landesgartenschaugelände gepilgert waren, den Abend nicht vergessen werden.

Dabei war es gar nicht einmal die angeblich so gewagte, weil für Feuerwerke kaum geeignete Musik, die Berner nach eigenem Bekunden erstmals ausprobiert hatte, die den Abend prägte. Berner setzte ausschließlich auf klassische Klänge, die auch über weite Strecken den Rahmen der Melodik nicht verließen. Und als es dann doch ein wenig schräger wurde, öffnete Joachim Berner alle Rohre, so dass die Musik ohnehin nur noch eine untergeordnete Rolle spielte.

Folgerichtiges Jury-Urteil

Bis dahin jedoch hatte Berner einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er ein Meister der Himmelschoreografie ist: Punktgenau, farblich geschmackvoll und mit dem Gespür dafür, wann ein Feuerwerk leise und überschaubar zu sein hat, und wann man es richtig krachen lassen kann, zog er das Publikum in seinen Bann. Darüber hinaus präsentierte er ein paar Effekte – etwa Raketen, die wie Stroboskoplicht blitzten – über die die Konkurrenz entweder überhaupt nicht verfügt, oder die sie einfach nicht in Ostfildern gezeigt hat.

Das Jury-Urteil fiel denn auch folgerichtig aus. Zwar sahen viele Juroren die Spanier nur knapp hinter Joachim Berner – und lobten den temperamentvollen Beitrag von Ricardo Caballer. Aber letztlich hatten alle Juroren auf ihren Punktezetteln Berner vorne. Die britischen Pain-Fireworks, die das Festival am Freitag mit einem etwas kleineren, durchaus geschmackvollen und mit schöner Popmusik unterlegtem Feuerwerk eröffnet hatten, hatten mit dem Ausgang des Wettbewerbs nichts zu tun.

Zwischendurch war sogar das Bier alle

Am Ende gab es in Ostfildern lauter fröhliche Gesichter. Laut Jürgen Wünsche sind an den drei Sommerabenden 60 000 Besucher auf das Gelände gekommen. Das bedeutet Rekord für die „Flammenden Sterne“. Am Samstagabend war der Andrang so groß, dass es zeitweise weder Bier noch antialkoholische Getränke zu kaufen gab. Auch bei der Polizei sind keine besonderen Vorfälle gemeldet worden. Eine Sprecherin wusste nur von einem Taschendiebstahl zu berichten.

Welche Feuerwerke im kommenden Jahr bei den „Flammenden Sternen“ zu sehen sein werden, wisse er noch nicht, sagt Jürgen Wünsche. Immerhin: der Termin steht schon. Feuerwerksfreunde sollten sich den 16. bis 18. August 2013 frei halten.