Neben Nippes gab in Köngen vergoldetes Besteck oder ein Schachspiel aus Marmor. Preisbewusste sollten den 21. März notieren. Da kann man für fünf Euro so viel mitnehmen, wie man will.
Der frühe Vogel fängt den Wurm – bereits eine gute Stunde vor dem offiziellen Beginn des Flohmarkts „Von Edel bis Trödel“ stehen die ersten Schnäppchenjäger vor dem Köngener Gustav-Werner-Gemeindehaus. Bereits zum 26. Mal gab es auf Initiative des evangelischen Jugendwerks (EJW) und der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde antike Raritäten, Schmuck, Haushaltswaren und -geräte, Bücher, Spielzeug und vieles mehr. Als sich die Türen dann öffneten, war die Menge bereits auf etwa 70 Personen angewachsen, bunt gemischt quer durch alle Generationen.
Gefühlt sei der Andrang noch größer als sonst, sagte Brigitte Pucher vom dreiköpfigen Organisationsteam, bestehend aus Brigitte Pucher selbst, Susanne Graf und Esther Mühlhäuser. Erstmals gab es einen Einlassstopp ab 100 Personen, der schon in den ersten Stunden gleich mehrfach genutzt wurde. Auch die Gänge zwischen den Verkaufstischen waren breiter als sonst. Man habe sich aus Sicherheitsgründen entschieden, da ein Auge drauf zu haben, erklärte Graf. Dabei stehe der Brandschutz im Vordergrund. „Wir wollen einfach ein gutes Gefühl beim Flohmarkt haben“, ergänzte Pucher. Der Erlös der Veranstaltung – im Schnitt kommt ein Gewinn im mittleren vierstelligen Bereich zusammen – fließt in die eigene Arbeit vor Ort und in die Sanierung des evangelischen Gemeindehauses. Ein weiterer Teil geht an internationale Projekte des CVJM-Weltdiensts. „Es ist uns wichtig, dass auch Geld nach außen geht“, begründete Graf – so wurde in der Vergangenheit zum Beispiel ein CVJM-Bildungsprojekt für Kinder in Äthiopien unterstützt.
Minimalismus: Viele Misten daheim aus und spenden es dem Flohmarkt
Das Organisationstrio investiert viel Zeit in den Flohmarkt, hat aber auch große Unterstützung. Beim Event selbst sind rund 40 Helferinnen und Helfer in zwei Schichten im Einsatz, insgesamt liegt die Zahl der Unterstützer aber um einiges höher. „Es sind sicherlich 70 bis 80 Personen“, bestätigte Graf. Denn schon bei der Annahme ist einiges an Manpower gefragt. Etwa bei der Überprüfung von Geschirr oder Glaswaren auf Mängel oder bei der Einschätzung des Wertes, bei der viel Netzrecherche angesagt war.
Zudem war auch die Zahl der Spender größer als bisher - das eine oder andere Stück musste deswegen sogar abgelehnt werden. Es waren dieses Jahr viele Spenden aus Haushaltsauflösungen, berichtete Pucher: „Die Leute mussten sich einfach verkleinern.“ Und da ist der Köngener Flohmarkt eine gute Möglichkeit, Dinge, die noch gut in Schuss sind, loszuwerden und wieder in den Kreislauf zu bringen.
Kunden dürfen mit den Helfern über den Preis verhandeln
„Es ist ganz erstaunlich, wie groß die Auswahl wieder ist“, lobte Karin Merits, die als erste Kundin mit ihren Fundstücken – zwei Puzzles und ein Spielzeugauto für die Enkel, etwas Modeschmuck, einen Fahrradhelm und Oster-Deko – an der Kasse ihr Portemonnaie zückte. 21,30 Euro musste die Köngenerin für ihre neuen Schätze berappen. Notiert waren die Preise auf einem Laufzettel – gehandelt wurde bereits vorher mit dafür bereitstehenden Helfern an den Verkaufstischen. Auch echte Raritäten waren wieder zu finden: Das mit Abstand teuerste Objekt war ein Schachspiel aus Marmor, das neu 2200 Euro kostet. Ein vergoldetes Rosenthal-Besteckset inklusive Koffer und Zertifikat bewegte sich mit einen angesetzten Verkaufspreis von 250 Euro zwar nicht ganz in diesen Sphären, gehörte aber ebenfalls zu den höherpreisigen Waren.
Am Samstag, 21. März, vom 9 bis 11 Uhr ist der Abverkauf im Köngener Gustav-Werner-Gemeindehaus, Gunzenhauser Straße 16. Für fünf Euro Eintritt können Besucher dabei so viel mitnehmen, wie sie wollen.