Kaum angekommen, verlassen viele Flüchtlinge die Erstaufnahmeeinrichtungen in Baden-Württemberg auf eigene Faust. Im September seien fast 28.700 Flüchtlinge im Land angekommen, von denen aber nur knapp 16.400 zur Registrierung geblieben seien.

Karlsruhe - Viele Flüchtlinge verlassen die Erstaufnahmeeinrichtungen in Baden-Württemberg nach kurzer Zeit wieder auf eigene Faust. Im September seien fast 28.700 Flüchtlinge im Land angekommen, von denen aber nur knapp 16.400 zur Registrierung und für einen Asylantrag in den Erstaufnahmen geblieben seien, sagte der Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Joachim Fischer, am Freitag. „Das Phänomen haben wir immer schon gehabt.“ Der Anteil der Flüchtlinge, die sich ohne Registrierung wieder auf den Weg machen, ist im Laufe des Jahres aber gestiegen. So seien im März von knapp 4000 Ankommenden mehr als 3300 geblieben. Mit welchen Zielen die Menschen sich auf den Weg machen, ist nicht bekannt.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht in der großen Zahl unregistrierter Flüchtlinge in Deutschland ein ernstes Problem. „Jetzt gibt es schon viele Flüchtlinge, die glauben, sie können sich selbst irgendwohin zuweisen“, sagte er im ZDF-„heute journal“ am Donnerstagabend. Dies sei zwar noch eine Minderheit, räumte de Maizière ein. „Aber da müssen wir klar sagen, wer hier nach Deutschland kommt (...) der muss sich dahin verteilen lassen, wohin wir ihn bringen, sich einem fairen Verfahren unterstellen und unsere Rechtsordnung anerkennen.“

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