Der Filderstädter Arbeitskreis Asyl hat sich präsentiert. Dabei wurde klar, dass weitere Helfer gebraucht werden. Kritik gab es an der Wohnsituation von Flüchtlingen.

Filderstadt - Die Aufgaben des Arbeitskreises Asyl Filderstadt sind vielfältig. Dafür braucht er in allen Bereichen mehr Helfer. Das wurde deutlich, als sich die ehrenamtliche Organisation jüngst im Sozialausschuss und bei einer Info-Veranstaltung im Bürgerzentrum Bernhausen vorstellte.

Werner Weinmann, der Sprecher des Arbeitskreises, dankte im Ausschuss für die Unterstützung durch das Amt für Integration, Migration und Soziales und die Ehrenamtskoordinatorin Daniela Hehn. Dennoch gebe es Verbesserungsbedarf. So hapere es noch an der Einbindung der Flüchtlinge in die Deutsch-Kurse, „weil die Volkshochschule diese aus Kapazitätsgründen nicht ausreichend bedienen kann.“ Ein weiteres Manko seien die Zustände in der Unterkunft in Bonlanden: „Es ist ein Problem, wenn sich 16 Männer, die sich vielleicht schon von ihrer Herkunft her nicht Grün sind, eine Küche teilen.“ Außerdem herrsche Wohnungsnot. „Unterstützung bei der Wohnungssuche würde die Stadt entlasten“, sagte er. Der Arbeitskreis habe sein Geschäft in Arbeitsfelder aufgeteilt, „weil Ehrenamtliche daran zerbrechen, wenn sie alles machen müssen.“ Zur Zeit herrsche Mangel an Helfern: „Die Euphorie der ersten Phase ist abgeebbt, wir brauchen Leute in allen Bereichen.“

„Ausbildung ist wichtig“

Der Autohaus-Inhaber Richard Briem (Freie Wähler) griff das Thema der Deutsch-Kurse auf: „Für mich ist es wichtig, dass die Flüchtlinge eine Ausbildung bekommen. Selbst wenn sie nur das Sprachniveau A2 oder B1 haben, lernen sie auch die Fachausdrücke während der Ausbildung.“ Deutsch-Unterricht solle im Dualen System erfolgen und nicht an der Volkshochschule. „Ich kann Richard Briems Ausführungen nur unterstützen“, sagte der SPD-Fraktionschef Walter Bauer. Auf seine Fragen, was die Stadt gegen den Personal- und Raummangel an der Volkshochschule und gegen die Wohnungsnot zu tun gedenke, antwortete der Erste Bürgermeister Andreas Koch: „Wir haben vor, dem Ausschuss im kommenden Jahr eine Vorlage zur Integration vorzulegen, in der enthalten ist, was angesprochen wurde.“

Ziel des Treffens am Donnerstag war es ebenfalls, neue Helfer zu gewinnen. Es waren allerdings hauptsächlich altgediente Helfer an Ort und Stelle. Werner Weinmann appellierte an die „Neuen“, sich zu engagieren. Speziell bei der Wohnungssuche, die für Flüchtlinge schwierig sei, brauche man Unterstützung. „Bei der Wohnungsgruppe gibt es ein Vakuum“, sagte er.

„Von einem Heim ins andere“

In der anschließenden Diskussion forderten Teilnehmer mehr Engagement der Stadtverwaltung in diesem Punkt. Eine Besucherin beklagte, dass viele Flüchtlinge, die zum Teil auch traumatisiert und schon drei Jahre hier seien, von einem Heim ins andere geschoben würden.

In diesem Zusammenhang wurden auch die Verhältnisse im städtischen Wohnheim auf dem Festplatz Bonlanden kritisiert. Dort mangele es an Sauberkeit und es gebe nur zwei Müllcontainer. „Die Leute stellen ihre Müllsäcke davor ab“. sagte eine Helferin. Ein Ehrenamtlicher vermutete, dass die mangelnde Sauberkeit auch daher komme, dass viele junge Flüchtlinge zuhause das „Hotel Mama“ hatten und jetzt in der Fremde auf sich allein gestellt seien. Dies bestätigte der Flüchtling Sari Alkattea aus Syrien. Er berichtete auch von fehlenden Angeboten für Flüchtlinge bei der Suche nach Arbeit. Als Informatiker sei er bei der Arbeit in einem Logistikzentrum unterfordert gewesen. „Dort habe ich immer nur Etiketten geklebt und konnte mit niemandem sprechen“, sagte er. „Wir wollen doch hier was lernen, damit wir später unser Land wieder aufbauen können.“

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