Flüchtlinge in Renningen Wie geht es weiter bei den zwei Containersiedlungen?

Sie sieht fast aus wie ein normales Haus, besteht aber aus Containermodulen: die geplante Flüchtlingsunterkunft am Renninger Vereinsdorf. Foto: Simon Granville

In Renningen stehen am Vereinsdorf und auf dem Festplatz zwei Container-Wohnanlagen. Dort sollen Flüchtlinge untergebracht werden. Doch wann?

Die Situation der Flüchtlingsunterbringung in Renningen hat sich zum Jahreswechsel leicht verschärft. Nicht etwa, weil mehr Geflüchtete in die Stadt am Rankbach gekommen wären. Sondern weil sich die Zahl der verfügbaren Wohnungen verringert hat.

 

Standen zum Jahresende 2025 noch 232 Plätze in 24 Unterkünften in Renningen und Malmsheim zur Verfügung, die mit insgesamt 182 Menschen belegt waren, sind zum Jahreswechsel 32 Plätze weggefallen. Acht Wohnungen können zurzeit nicht mehr genutzt werden wegen Mängeln oder Bauarbeiten.

59 Flüchtlinge könnten im Sommer in neue Unterkunft einziehen

Zwar besteht rechnerisch damit noch ein Puffer von 18 Plätzen in den städtischen Unterkünften. Doch die Stadtverwaltung rechnet damit, in diesem Jahr 59 Menschen neu aufnehmen zu müssen. Dabei handelt es sich um Personen in der sogenannten Anschlussunterbringung, die entweder schon einen Aufenthaltstitel oder eine Duldung erhalten haben oder deren Asylverfahren nach zwei Jahren noch nicht beendet ist.

Abhilfe schaffen soll deshalb die Containersiedlung am Vereinsdorf. Diese wurde im September 2025 aufgestellt und wird seitdem für den Bezug ausgebaut. 2,4 Millionen Euro soll alles zusammen kosten. „Der Bau ist weiter vorangeschritten, und seit April werden die Innenausstattungen und Feinheiten des Betriebes geplant“, heißt es seitens der Stadt zum aktuellen Stand.

Wann die ersten Bewohner einziehen werden, stehe aber noch nicht genau fest. In Unterlagen für den Gemeinderat vom Februar wurde der Juli dieses Jahres anvisiert. Dann sollen dort die 59 Menschen, die Renningen vom Landkreis zugewiesen werden, eine neue, temporäre Heimat finden.

Denn zum einen sollen die Geflüchteten zeitnah entweder auf dem freien Markt eine Wohnung finden oder in eine der anderen städtischen Unterkünfte wechseln. Zum anderen plant Renningen, die dunkelgrauen Container nur für etwa fünf Jahre als Unterkunft zu nutzen und sie dann den Vereinen zur Verfügung zu stellen.

In dieser Zeit will man einen Teil der städtischen Unterkünfte für Geflüchtete und Wohnungslose sanieren. „Der bauliche Zustand der Gebäude ist insgesamt als stark sanierungsbedürftig zu bewerten“, hießt es etwa in den Unterlagen für den Gemeinderat vom Februar. Die Wohnanlage in der Voithstraße in Malmsheim etwa wurde um das Jahr 1990 gebaut.

„Die übliche Nutzungsdauer dieser Bauweise liegt bei etwa 20 bis 25 Jahren und ist deutlich überschritten“, heißt es in der Drucksache weiter. Konkrete Baumaßnahmen sind aber bisher noch nicht bekannt.

Mängel beim Brandschutz: Zweite Containerunterkunft steht weiterhin leer

 Unklar ist indes, wie es mit der zweiten Containersiedlung auf dem Festplatz weitergeht, die sich in unmittelbarer Nähe befindet. Die zweigeschossige, weiße Anlage wurde vor knapp zwei Jahren für 1,7 Millionen Euro gekauft und aufgestellt. Seitdem fehlt jedoch eine Nutzungserlaubnis durch das Landratsamt wegen Mängeln beim Brandschutz.

 In den städtischen Unterkünften sind nicht nur Menschen mit Fluchtgeschichte untergebracht, sondern auch Personen, die plötzlich ihre Wohnung verloren haben. Etwa durch Feuer oder Wasserschäden. Oder weil sie auf dem freien Markt keine neue Wohnung gefunden haben. Zum Jahresende waren dies in Renningen 19 Personen.

In den vergangen zwei Jahren sind 156 Personen aus den städtischen Unterkünften wieder ausgezogen. Laut Angaben der Stadt haben 60 Prozent von ihnen privat eine Wohnung gefunden. Die anderen wurden abgeschoben oder reisten freiwillig aus.

Flüchtlinge in Renningen

Nationalität
40 Prozent der Geflüchteten, die die Stadt Renningen unterbringen muss, kommen aus der Ukraine, 20 Prozent aus Afghanistan, 18 Prozent aus der Türkei. Knapp 14 Prozent kommen aus Syrien.

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