Flüchtlinge in Stuttgart Anwohner spenden Kleidung und Spielzeug

Lokales: Matthias Ring (mri)
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Für die ärztliche Erstuntersuchung war ein zehnköpfiges Team des Katharinenhospitals und des Malteser Hilfsdienstes vor Ort. Bei der Besichtigung des Hauses zeigte sich, dass diese Unterkunft mit ihren kleinen Wohneinheiten „ein großes Glück in großer Not ist“, wie die herbeigeeilte Bezirksvorsteherin von Stuttgart-Mitte, Veronika Kienzle, sagte. Gemeinsam mit ihrem Amtskollegen von Stuttgart-Süd, Raiko Grieb – denn das Haus liegt an der Grenze zwischen den Bezirken –, hat sie bei der Sozialbürgermeisterin angeregt, den gegenüber liegenden, leer stehenden Laden als Annahmestelle für Sachspenden zu nutzen. Schon am Sonntagmittag haben Bewohner aus der Nachbarschaft Kleidung, Spielzeug und Malsachen in die Gemeinschaftsräume des Heims gebracht.

Das Haus Martinus ist nur eine Notunterkunft

„Ich spüre hier ein großes Aufatmen im Haus“, sagte Fezer. „Die Menschen können entspannen nach ihrer langen, schwierigen Flucht.“ Sie weiß indes auch, dass die Aufnahme von weiteren Flüchtlingen – derzeit sind in Stuttgart rund 4300 untergebracht – keine leichte Aufgabe ist, aber: „Wir müssen es schaffen – und wir werden es schaffen.“ Regierungspräsident Schmalzl sagte mit Blick auf Calais und Budapest: „Bei uns muss niemand unter freiem Himmel oder in Bahnhöfen kampieren“, und betonte die gute Kooperation. „Die Hilfe, die uns die Landeshauptstadt Stuttgart hier zukommen lässt, entlastet gleichzeitig die Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen im Regierungsbezirk. Hier zeigt sich die große Solidarität der Kommunen untereinander, die wir dringend brauchen.“

Nun müsse aber erst einmal entschieden werden, wie es mit den 124 Menschen im Haus Martinus weitergehe, denn es handele sich nur um eine Notunterkunft. Auch wo die Registrierung stattfinde, müsse in den Regierungsgremien noch entschieden werden. Bisher haben die Flüchtlinge laut Caritas-Leiter Greschner bei ihrer Ankunft nur ein Identifizierungsband bekommen. Hilfreich ist es übrigens, dass einige Männer des von der Stadt bestellten Wachdienstes Arabisch sprechen.




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