Flüchtlinge Mehr als 100 Tote bei Schiffsunglück vor libyscher Küste

Von red/AP 

Viele weitere Tote werden nach einer zweiten Havarie südlich von Kreta befürchtet. Dort lief am Freitag ein groß angelegter Sucheinsatz. Zumindest 340 Menschen konnten gerettet werden.

Bei einem Schiffsunglück im Mittelmeer sind mehr als 100 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Foto: dpa
Bei einem Schiffsunglück im Mittelmeer sind mehr als 100 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Foto: dpa

Athen - Bei einem Schiffsunglück im Mittelmeer sind mehr als 100 Flüchtlinge ums Leben gekommen. 104 Leichen seien vor der libyschen Küste nahe der Stadt Swara geborgen worden, sagte ein Sprecher der libyschen Marine am Freitag. Viele weitere Tote wurden nach einem zweiten Schiffsunglück südlich von Kreta befürchtet. Die griechische Küstenwache konnte dort am Freitag 340 Menschen retten und barg zunächst vier Leichen.

Die Havarie vor der libyschen Küste könnte sich bereits am Mittwoch ereignet haben, sagte Marinesprecher Ajub Gassim der Nachrichtenagentur AP. Das leere Schiff sei am Donnerstag entdeckt worden. Möglicherweise seien rund 125 Personen an Bord gewesen. Gassim warf Europa vor, außer Leichenzählen nichts zu unternehmen, um die illegalen Überfahrten von Libyen zu stoppen.

Erst vergangene Woche waren mindestens drei Schiffe untergegangen

Wie viele Menschen bei dem zweiten Unglück rund 140 Kilometer südlich von Kreta ums Leben gekommen sind, war zunächst unklar. Nach Berichten Überlebender waren zusätzlich zu den 340 Geretteten und vier Toten noch bis zu 150 weitere Menschen an Bord des halb gesunkenen Schiffes, sagte ein Sprecher der griechischen Küstenwache.

Fünf Schiffe, die sich in der Nähe befanden, halfen bei der Rettung der Verunglückten. Zudem waren den Angaben zufolge zwei Boote der griechischen Küstenwache, ein Militärflugzeug und zwei Helikopter auf dem Weg zum Unglücksort.

Erst vergangene Woche waren mindestens drei Schiffe auf dem Weg von Libyen nach Europa untergegangen. Hilfsorganisationen befürchten, dass dabei mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen sind. Das warme Wetter und die ruhige See bewegen derzeit besonders viele Flüchtlinge, die gefährliche Überfahrt zu wagen.