Flüchtlinge Schmid unterstützt "Blue Card"

Flüchtlinge könnten bald eine sogenannte Blue Card erhalten.  Foto: dpa
Flüchtlinge könnten bald eine sogenannte "Blue Card" erhalten. Foto: dpa

Viele Flüchtlinge haben einen Beruf gelernt oder studiert, können hier aber nicht arbeiten. Doch gerade angesichts fehlender Fachkräfte muss es dafür Wege geben, sagen Verantwortliche - etwa die „Blue Card“.

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Stuttgart - Politik und Wirtschaft in Baden-Württemberg haben die Idee einer „Blue Card“ für qualifizierte Asylbewerber als neuen Zugangsweg zum Arbeitsmarkt begrüßt. Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) sagte am Montag in Stuttgart: „Wir müssen Flüchtlingen die Chance geben, bei uns einer Beschäftigung nachzugehen. Das gibt ihnen Normalität und hilft ihnen, in einer neuen Heimat anzukommen.“ Mit einer „Blue Card“ müssten die Betroffenen kein Asylverfahren mehr durchlaufen und könnten den Status einer zugewanderten Fachkraft erlangen. Arbeitgeber, Handwerk sowie Industrie- und Handelskammern im Südwesten unterstützen das.

Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker, hatte die „Blue Card“ für Flüchtlinge vorgeschlagen. Sie ist bisher zur Anwerbung von Fachkräften von außerhalb der EU im Einsatz. Allerdings sind dem Stuttgarter Ministerium zufolge noch viele rechtliche Fragen offen. Doch angesichts des Fachkräftemangels dürfe man das Potenzial der Menschen nicht ungenutzt lassen, sagte Schmid.

„Wenn Flüchtlinge über Qualifikationen verfügen, die in unseren Betrieben gefragt sind, müssen wir diese ohne Wenn und Aber in den Arbeitsmarkt integrieren“, sagte auch Peter Kulitz, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages. Der Arbeitgeberverband Baden-Württemberg begrüßte die Idee eines „Spurwechsels“ von der humanitären in die wirtschaftliche Zuwanderung ebenfalls, wie ein Sprecher sagte. Zudem sollten davon auch qualifizierte Nicht-Akademiker profitieren.

„Wir halten das für einen völlig notwendigen und sehr vernünftigen Vorschlag“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstages, Oskar Vogel. Für das Handwerk gebe es einiges an Potenzial unter Flüchtlingen, etwa bei Elektro-Berufen.

Akademische Fachkräfte aus dem nicht-europäischen Ausland können seit August 2012 in Deutschland die „Blue Card“ beantragen und dann mit ihrer Familie ins Land ziehen. Voraussetzung sind ein fester Arbeitsvertrag, eine abgeschlossene Ausbildung und ein Mindestgehalt. In Deutschland liegt dieses derzeit bei 48 400 Euro.

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