Flüchtlingshilfe Schwäbisches Knowhow im Nordirak

Von red/dpa 

Baden-Württemberg nimmt in den nächsten zwei Jahren 2,5 Millionen Euro in die Hand und schickt Handwerker, Wissenschaftler und Verwaltungsexperten in irakische Flüchtlingslager.

Nach dem Willen der grün-roten Landesregierung sollen schwäbische Experten im Nordirak ganz konkrete Hilfe anbieten. Foto: dpa
Nach dem Willen der grün-roten Landesregierung sollen schwäbische Experten im Nordirak ganz konkrete Hilfe anbieten. Foto: dpa

Stuttgart - Schwäbisches Fachwissen für die Flüchtlingshilfe im Nordirak: Die grün-rote Landesregierung will künftig Experten in die Provinz Dohuk schicken, um dort in der Flüchtlingskrise zu helfen. Sie sollen die Menschen vor Ort beraten - zum Beispiel beim Aufbau einer effizienten Müllentsorgung in den Zeltstädten oder dem Bau einfacher Unterkünfte. Die Landesregierung hat eine entsprechende Kooperationsvereinbarung mit dem Gourverneur der Provinz Dohuk in Nordirak, Farhad Ameen Atrushi, geschlossen. In den nächsten zwei Jahren stellt Baden-Württemberg 2,5 Millionen Euro für dieses Projekt bereit und nimmt damit eine Pionierrolle ein. Dem Auswärtigen Amt ist kein weiteres Engagement eines deutschen Bundeslandes im Nordirak bekannt.

Mithilfe der 2,5 Millionen sollen sich in den kommenden zwei Jahren langfristige Kooperationen von Wirtschaft, Kommunen, Hochschulen, Kirchen und Zivilgesellschaft mit dem Nordirak entwickeln, wie Europaminister Peter Friedrich (SPD) am Mittwoch in Stuttgart sagte. In einem ersten Schritt erhalten Hilfsorganisationen den Auftrag, vor Ort ein Dienstleistungszentrum aufbauen, das diese Kooperationen knüpft.

Ursachen der Flucht bekämpfen

Gouverneur Atrushi sprach in Stuttgart von großer Freude über die Vereinbarung. Die Provinz Dohuk muss demnach 700.000 Menschen versorgen, die vor dem Terrorregime des sogenannten Islamischen Staates geflüchtet sind. Sie leben zu Zehntausenden in Zeltstädten. „Die Müllversorgung ist ein großes Problem“, sagte Atrushi. Auch Ärzte, Polizisten und Bildungsangebote würden benötigt.

Ziel der Landesregierung ist es nach eigenen Angaben, Fluchtursachen zu bekämpfen. „Wir hoffen, dass andere Bundesländer auch einsteigen.“ Das Land hatte bereits intensiven Kontakt zur Provinz Dohuk: Dort wurden traumatisierte jesidische Frauen ausgesucht, denen Zuflucht in Baden-Württemberg gewährt wird.