Flüchtlingsintegration in Stuttgart Die Mühen der Ebene

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Vieles ist bei der Aufnahme von Flüchtlingen in Stuttgart gut gelaufen. Die Integration in Arbeit aber verlangt trotz guter Voraussetzungen einen langen Atem, ist Mathias Bury überzeugt.

Englischunterricht für junge Flüchtlinge Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Englischunterricht für junge Flüchtlinge Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Nach den enormen Herausforderungen und dem zeitweise nur noch schwer zu bewältigenden Ansturm von Asylsuchenden in den zurückliegenden zwei Jahren ist die Flüchtlingshilfe inzwischen wieder in ein ruhigeres Fahrwasser gekommen. Die Notunterkünfte sind aufgelöst, einen Zeitplan für die schrittweise Räumung der Großunterkunft Bürgerhospital gibt es auch, das millionenschwere Bauprogramm für Flüchtlingsheime ist praktisch abgearbeitet, auf einige Standorte konnte man verzichten. In den bestehenden Bauten gibt es sogar etwas Luft, die Belegung sinkt zumindest geringfügig.

In dieser insgesamt sehr ansehnlichen Zwischenbilanz ist es auch kein Schönheitsfehler, dass die Zahl der in Stuttgart engagierten Ehrenamtlichen etwas zurückgegangen ist. Irgendwann musste die Phase des Durchschnaufens kommen. Viele Hilfen für Geflüchtete sind mittlerweile auch institutionell organisiert. Und das freiwillige Engagement von Bürgern für Flüchtlinge ist immer noch hoch.

Neue Einrichtungen für die Integration

Inzwischen zeigt sich aber auch, dass die Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt eine anspruchsvolle Aufgabe ist, trotz des umfangreichen Fördersystems der öffentlichen Hand. Nach den großen gesellschaftlichen Aufwallungen, der Begeisterung über die erstaunliche Willkommenskultur auf der einen und den sich aufbauenden Ängsten auf der anderen Seite, hat man nun die Mühen der Ebene erreicht.

Die Stadt ist auch dank neuer Einrichtungen im Jobcenter und dem Ausbildungscampus gut aufgestellt, das Netzwerk von Stadt, Arbeitsagentur, Wirtschaft und den Ehrenamtlichen ist ausgezeichnet. Die Voraussetzungen für eine gelingende Integration der Flüchtlinge sind im Großen und Ganzen also gut. Eine langen Atem wird man dafür aber dennoch brauchen.

mathias.bury@stzn.de

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