Flüchtlingslager in Frankreich Der „Dschungel von Calais“ wird weiter geräumt

„Lieu de vie“ – „Lebenswelt“ steht auf den Zelten in einem Flüchtlingslager im französischen Calais. Foto: AP 13 Bilder
„Lieu de vie“ – „Lebenswelt“ steht auf den Zelten in einem Flüchtlingslager im französischen Calais. Foto: AP

Brennende Zelte, aufgebrachte Flüchtlinge, protestierende Aktivisten – die Räumung des Flüchtlingslagers in Calais geht weiter.

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Calais - Unter Protesten der Betroffenen ist am Dienstag die umstrittene Räumung von Teilen des Flüchtlingslagers in Calais fortgesetzt worden. Nach Auseinandersetzungen am ersten Tag war es in der Nacht zu Dienstag in der nordfranzösischen Stadt weitgehend ruhiggeblieben.

Die Regionalzeitung „La Voix du Nord“ berichtete von einem erneuten Brand am Dienstag, zwei Migranten seien festgenommen worden. Nach Angaben von Unterpräfekt Vincent Berton soll die bisher geräumte Zone ausgeweitet werden.

Mehrere Zelte brennen

Die Arbeiten unter starkem Polizeischutz hatten am Montag zunächst ohne Zwischenfälle begonnen. Später kam es an einigen Stellen zu Auseinandersetzungen zwischen protestierenden Migranten, Aktivisten und Polizeieinheiten. Protestierende hatten mehrere provisorische Bauten und Zelte angezündet. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm Aktivisten fest. Auseinandersetzungen gab es auch, als eine Gruppe von Migranten eine Straße blockierte und Fahrzeuge bewarf.

Die Präfektur in Calais geht davon aus, dass sich die Räumung längere Zeit hinzieht. Den betroffenen Flüchtlingen soll jeweils ein anderer Platz zugewiesen werden.

Vermutlich mehr als 1000 Betroffene

Betroffen sind nach offiziellen Angaben bis zu 1000 Flüchtlinge, die bisher im Süden des als „Dschungel von Calais“ bekannten Lagers lebten. Hilfsorganisationen gehen von deutlich mehr Menschen aus.

In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal nach Großbritannien gelangen wollen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen und beantragen deswegen kein Asyl in Frankreich. Nach Behördenangaben halten sich derzeit knapp 4000 Migranten dort auf. Sie leben unter teils Slum-ähnlichen Bedingungen.




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