Obwohl in dieser Woche bekannt wurde, dass die Pläne für die Flüchtlingsunterkunft auf dem Schanzacker kleiner ausfallen, macht die Bürgerinitiative erneut auf sich aufmerksam.

Ludwigsburg : Emanuel Hege (ehe)

Am vergangenen Samstag hat die Bürgerinitiative gegen die Bebauung des Schanzackers eine „Fünf-vor-Zwölf-Uhr“ enthüllt. Damit wolle die Initiative darauf aufmerksam machen, dass die Zeit, den Bau einer Flüchtlingsunterkunft auf dem jetzigen Feld zu verhindern, bald ablaufe.

 

„Wir wollen mit der Aktion aber auch einfach noch einmal Aufmerksamkeit für unsere Ziele schaffen und einen Weckruf starten“, sagt Thomas Walker, Sprecher der Initiative. In sechs Metern Höhe hängt die Uhr mit einem Durchmesser von eineinhalb Metern – das Ziffernblatt zeigt in Richtung Schanzacker. „Wir sind selbst begeistert, wie gut die Uhr geworden ist. Die Aktion war ein Erfolg“, resümiert Walker.

Vorzeichen der Planung ändern sich

Die Initiative führt ihren Kampf gegen eine Flüchtlingsunterkunft also fort – und das, obwohl seit Monaten wieder Bewegung in die Planungen gekommen ist. Am vergangenen Freitag gab das zuständige Justizministerium bekannt, dass auf dem Schanzacker nicht mehr eine Landeserstaufnahmestelle (LEA) geplant wird, sondern eine Erstaufnahmestelle (EA). Grund ist die Einigung auf eine LEA in Stuttgart-Weilimdorf in einem leerstehenden Bürogebäude. Es wird also nicht mehr ein LEA-Standort gesucht, sondern ein EA-Standort – diese fallen in der Regel kleiner aus.

„Man hört viel im Hintergrund, wir haben aber noch nichts Handfestes“, sagt Thomas Walker über die Entscheidungen in Stuttgart. Auch wenn die Einrichtung deutlich kleiner ausfallen sollte, hält die Initiative an ihrem Nein fest. Die Fläche soll unbebaut bleiben und weiterhin als Naherholungsgebiet dienen.

Tatsächlich wird die Initiative mit Blick auf die Landtagswahlen Anfang März wohl nochmal aktiver. Einen Vorgeschmack darauf gaben die Sprecher während der Einweihung der „Fünf-vor-Zwölf-Uhr“ am Samstag: „Im März wird gewählt“, hieß es dort. „Macht den Kandidaten klar: Sollte der Schanzacker je verschandelt werden, so quittiert ihr das bei den anstehenden Wahlen.“ Und weiter: „Überlegt euch gut, wo ihr euer Kreuz setzt.“

Initiativensprecher Thomas Walker hat am Samstag selbst nicht gesprochen. Angesprochen auf die angebliche Überparteilichkeit der Initiative stellte er nach der Veranstaltung klar: „Die Initiative wird keine Wahlempfehlung geben.“