An der Flugfeld-Allee werden voraussichtlich noch in diesem Jahr Radargeräte installiert. Derweil hat die erste feste Überwachungsanlage in Sindelfingen bereits in den ersten drei Monaten mehr als tausend Fotos geschossen.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Böblingen/Sindelfingen - Das jahrelange Warten hat wohl bald ein Ende: Sowohl Sindelfingen als auch Böblingen haben die Blitzer für die Flugfeld-Allee bestellt. Die Geschwindigkeitsmessanlagen sollen noch in diesem Jahr aufgebaut werden, meldet das Sindelfinger Ordnungsamt. „Wir wollen keine Zeit mehr verlieren“, versprach auch Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz in einer Gemeinderatssitzung. Wenn die Geräte stehen, dürften die Rennen auf der zweispurigen Straße Geschichte sein. Die Sindelfinger Radaranlage wird beim Freizeitpark Sensapolis platziert, die Böblinger ein Stück weiter in Richtung Wolfgang-Brumme-Allee. Der Abstand wird so gewählt, dass dazwischen nicht beschleunigt werden kann.

„Die Geschichte hat einen langen Vorlauf“, kritisierte die Stadträtin Ingrid Stauss (Freie Wähler). Bereits vor zwei Jahren hätten sich Bewohner des Flugfelds mit einer Unterschriftenliste für eine Radarkontrolle auf dem Boulevard eingesetzt. „Die Nachtrasereien sind wirklich kein Spaß“, erklärte sie. Auch Marcel Launer, der Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes, berichtete von zahlreichen Beschwerden. Anwohner hätten immer wieder Videos geschickt von Rasern, die auf der geraden Strecke schneller als 100 Stundenkilometer gefahren sind. Erlaubt sind nur 50 Stundenkilometer. Dass sich Sindelfingen und Böblingen den Stadtteil teilen, machte die Installation der Anlagen kompliziert. „Es war wie immer eine Kostendiskussion“, sagte Marcel Launer.

Die Installation dauert nur einen Tag

Was noch aussteht ist die Zustimmung des Zweckverbandes Flugfeld, die eigentlich in einer Sitzung vor den Sommerferien erteilt werden sollte. Doch der Termin ist ausgefallen und wurde bisher nicht nachgeholt. „Die Installation an sich dauert nur einen Tag“, kündigte Marcel Launer an. Die Stadt Böblingen gibt für die Anlagen mehr als 200 000 Euro aus. Zwei Blitzer sind notwendig, für jede Fahrtrichtung einer. Die Fundamente dafür kosten rund 20 000 Euro, sie müssen noch angelegt werden. „Es wäre wahrscheinlich schneller gegangen, wenn ein paar Sindelfinger im Flugfeld wohnen würden“, fügte Ingrid Stauss an.

Auch an der Calwer Straße müssen Autofahrer bald auf die Geschwindigkeit achten. An der zweispurigen Straße wird ebenfalls eine Radaranlage aufgebaut. Der Anschaffung hat der Gemeinderat in der gleichen Sitzung zugestimmt. An der Straße ist Tempo 50 erlaubt. „Auch da wird deutlich zu schnell gefahren“, sagte der Bürger- und Ordnungsamtsleiter. Außerdem wies er darauf hin, dass dort die Flugfeld-Klinik entstehen wird. Damit verfügt Böblingen dann an zehn Standorten über Blitzer, bei acht wird nur die Geschwindigkeit gemessen. An der Karlstraße und der Hauptstraße wird zusätzlich das Rotlicht überwacht. Die Geräte sind allerdings nicht allesamt scharf: Es gibt nur drei Kameras.

71-mal den Führerschein eingezogen

Wie effektiv ein neuer Blitzer sein kann, zeigt die Bilanz für Sindelfingens erste feste Radaranlage. Seitdem das Gerät an der Kreuzung zwischen der Neckarstraße und der Böblinger Straße vor drei Monaten scharf gestellt wurde, hat es mehr als 1000 Fotos geschossen: 692 Autofahrer waren schneller als mit den erlaubten 50 Stundenkilometern unterwegs gewesen und 322 sind bei Rot über die Kreuzung gefahren. Ihren Führerschein mussten deshalb 71 Auto- und Motorradfahrer abgeben. Die Zahlen zeigten, wie notwendig die Verkehrsüberwachung an dieser Stelle sei, sagte Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer in der Gemeinderatssitzung. Allerdings hofft er, dass langfristig weniger Verkehrssünder an der Kreuzung e fotografiert werden.

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