Flughafen Stuttgart Auf den Fildern heben nun auch Raketen ab

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Die kleinen Gäste haben das Areal des Stuttgarter Flughafens beim traditionellen Kinderfest in einen riesigen Spielplatz verwandelt. Mehr als 20.000 Besucher waren am Sonntag dort.

Lokales: Oliver im Masche (che)
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Stuttgart - Auf den Anzeigetafeln stehen die Ziele Antalya, Istanbul, Las Palmas, Lanzarote, Rhodos sowie Berlin und Wien. Doch während es viele Urlaubsreisende schwer bepackt mit Kind und Kegel zu ihren Check-in-Schaltern zieht, müssen sie vor allem in Terminal 1 Slalom laufen. Denn die große Halle ist eines der Zentren eines traditionellen Höhepunktes im Flughafen Stuttgart: das alljährliche Kinderfest. Mehr als 20 000 Besucher haben am Sonntag den Filder-Airport angesteuert – und die meisten darunter waren Kinder, die sich das Areal als riesigen Spielplatz auserkoren haben.

Am Abschlusstag der Olympischen Spiele in London stand auch der Aktionstag des Flughafens unter einem sportlichen Motto: „Hol dir die Goldmedaille bei Sport, Spiel und Spaß“ lautete die Devise, die freilich nicht unter dem Gesichtspunkt der Leistungssportler „schneller, höher, weiter“ stand. Denn alle Teilnehmer der Spielstationen, die mit Mitmachaktionen lockten, erhielten Edelmetall. Die einzige Voraussetzung: sie mussten vier der mehr als 30 Stationen durchlaufen. Die spielerische Herausforderung war angesichts der Besuchermenge ab und an kaum zu bewältigen.

Gut beraten waren daher Kinder, die mit mindestens zwei (Groß-)Elternteilen angereist waren: So konnte der Papa/Großvater beispielsweise schon in der Schlange für ein knietiefes Minipaddelbecken mit handbetriebenen Wasserrädern anstehen, während der Nachwuchs mit ­Mama/Großmutter noch am ­Raketenstand seinem in die ­Höhe steigenden Flugobjekt hinterherblickte – das ersparte unnötige und angesichts der hohen Temperaturen auch schweißtreibende Wartezeiten an den Stationen.

Mit Pressluft in die Höhe

Bis zu 20 Meter wurden dort die nur mit Pressluft gefüllten Wasserplastikflaschen emporgeschleudert. Vom ursprünglichen Vorhaben, die kinderarmlangen Raketen zuvor auch noch mit etwas Wasser zu füllen, um einen Düsentrieb zu simulieren, war man dann zuletzt doch noch abgerückt. „Da ist einem angesichts des Tempos und der Flugweite doch schwindelig geworden“, so eine ehrenamtliche Standhelferin.

Große Augen gab es auch auf der rappelvollen Besucherterrasse des Stuttgarter Flughafens, für deren Besuch beim Kinderfest ausnahmsweise nicht die sonst üblichen 2,50 Euro Eintritt für Erwachsene verlangt wurden. Immer wieder starteten und landeten Maschinen, rollten vom und auf das Vorfeld am Flughafengebäude. Der Geruch von Kerosin lag in der Luft, beim Krach der Turbinen hielten sich viele der vor allem kleineren Kinder die Ohren zu. Und doch überwog bei ihnen die Faszination dafür, dass mehrere Dutzend Tonnen schwere Flugzeuge nur mit Hilfe von Tempo und Auftrieb in die Höhe steigen oder sachte auf der Erde landen können.

Fast hautnah ließen sich die Starts und Landungen bei den am Sonntag ebenfalls angebotenen Rundfahrten über das Flughafengelände erleben. Denn bei den Touren wurden nicht nur die Airport-Feuerwehr, die Tankanlage, der Hangar und das Gelände für die kleineren Sportflugzeuge angesteuert. Halt wurde auch nahe der Rollbahn gemacht. Dort röhrten die großen Maschinen vorbei – wobei so mancher Pilot bei seiner Arbeit sogar die Zeit fand, hinüber zur Besuchergruppe zu winken.

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