Stuttgarter Flughafen Was tut der Airport gegen Urlaubsparker in der Stadt?

Von Thomas Krämer 

Aus Sicht des Flughafens Stuttgart bietet er genügend Stellplätze für die Flugreisenden. Das Problem ist nur: Die Stellplätze sind vielen zu teuer, weshalb sie Wohngebiete zustellen. Nun wird der Ton rauer.

Aus Sicht des Airports  haben Reisende hier genügend Abstellmöglichkeiten. Doch das löst das Grundproblem nicht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Aus Sicht des Airports haben Reisende hier genügend Abstellmöglichkeiten. Doch das löst das Grundproblem nicht. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Filder - Zweimal pro Jahr kommen Vertreter des Flughafens und der Stadt Leinfelden-Echterdingen zum „Verkehrskreis Messe“ zusammen. Dabei geht es, wie Flughafen-Geschäftsführer Walter Schoefer kürzlich im Technischen Ausschuss sagte, nicht nur um den fließenden Verkehr, sondern natürlich auch um das Thema Parken. Allerdings konnte man nun den Eindruck bekommen, dass man sich in einigen Punkten nicht einig ist.

Das Grundproblem ist längst nicht gelöst

Schoefer – dessen Gesellschaft auch der Parkraumbewirtschafter der Messe ist – spricht von gut funktionierenden Synergien. Denn in der messefreien Zeit stünden den Passagieren bis zu 1500 Parkplätze auf der Messe zur Verfügung. „Umgekehrt können Messebesucher die Flughafenparkplätze nutzen“, so Schoefer. Denn Messen finden nicht in der Hauptferienzeit statt. Doch das Grundproblem der Flughafenparker wird damit wohl nicht gelöst. Denn in den Kommunen und Ortsteilen rund um den Flughafen parkt man sein Fahrzeug für den einwöchigen Mallorca-Trip immer noch günstiger als am Flughafen selbst, auch wenn dort der billigste Tarif nach Schoefers Worten bei 44 Euro für acht Tage liegt. „Ein Stellplatz kostet im Bau 18 000 Euro, den kann man nicht für zwei oder drei Euro vermieten“, argumentiert er. Zudem seien Flughafen und Messe als Park-and-ride-Partner mit der Region und dem VVS im Gespräch. Der Gedanke dahinter sieht so aus, dass Kunden mit Polygo-Karte den P21 oder andere Parkhäuser nutzen können, um dann mit dem ÖPNV weiterzufahren.

Doch den Stadträten von Leinfelden-Echterdingen reicht das nicht, sie wünschen sich mehr Engagement seitens des Flughafens. „Wir wollen unseren Verkehrsraum vom Parken freihalten“, sagte die Grünen-Chefin Ingrid Grischtschenko. Sie verstehe nicht, dass es zwischen der Kommune und dem Parkierungsunternehmen keine Kooperation gebe. Karl Kizele (Freie Wähler) sieht den Flughafen in der Pflicht, schließlich habe der die verlängerte Stadtbahn U 6 haben wollen.

Pokert der Flughafen-Chef?

Und Wolfgang Haug (FDP) führte an, dass seine Fraktion bereits einen Antrag gestellt hätte, dass die Stadt Partner von P+R am Flughafen werden solle. Eva Noller steht dem jedoch skeptisch gegenüber. „Wir haben darüber mit dem Flughafen gesprochen, aber nicht wirklich Möglichkeiten gesehen“, so die Baubürgermeisterin.

Walter Schoefer scheint in diesem Fall ein wenig zu pokern. Er stehe dem Thema P+R offen gegenüber, sagte er im Ausschuss des Gemeinderats. Der Flughafen-Geschäftsführer sieht jedoch vor allem das Parken an Flughafen und Messe als seine Aufgabe. Für P+R hätte die Kommune die Zuschüsse bekommen. An einem Parkleitsystem, das nun für 1,7 Millionen Euro am Flughafen gebaut werde, könnten sich nach seinen Worten jedoch auch andere beteiligen.

Offen ist nach Walter Schoefers Worten außerdem, wie sich die Bewirtschaftung der Parkhäuser nach dem möglichen Verkauf von Apcoa entwickeln wird. „Die Gefahr von Veränderungen“, erklärte Schoefer, „ist nicht von der Hand zu weisen“.




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