Flut von Kaffeebechern und Einweg-Behältern Schluss mit ex und hopp

Von Thorsten Knuf 

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sagt Plastikmüll in den Städten den Kampf an. Das wird höchste Zeit, kommentiert Thorsten Knuf.

Vom Kaffee zum Mitnehmen bleibt der Kaffeebecher zum Wegwerfen übrig. Und der landet häufig auf der Straße oder anderen öffentlichen Flächen. Foto: dpa
Vom Kaffee zum Mitnehmen bleibt der Kaffeebecher zum Wegwerfen übrig. Und der landet häufig auf der Straße oder anderen öffentlichen Flächen. Foto: dpa

Berlin - Die Öffentlichkeit in Deutschland ist gerade sehr empfänglich für alles, was grün daherkommt. Klima- und Umweltschutz sind ins Zentrum der Debatte gerückt. Selbst Politiker, die sich bisher als Sachwalter der hiesigen Autoindustrie oder Energiewirtschaft verstanden, verstehen sich jetzt als Vorkämpfer der ökologischen Transformation.

Aus Sicht von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist das der ideale Zeitpunkt, um ein Projekt anzuschieben, das ihr noch viel Ärger einbringen wird: die Beteiligung der Verpackungshersteller an den Kosten der Müllbeseitigung in den Städten. Die Kommunen leiden unter der Flut von Einwegbechern und Essensverpackungen aus Kunststoff.

Ausgerechnet im Land des Mülltrennens und der Pfandflasche hat sich eine Wegwerfmentalität breitgemacht. Viele Plastikartikel wie etwa Strohhalme oder Grillbesteck werden bald verboten sein, manche aber auch nicht. Der Müllmengen lässt sich aber nur Herr werden, wenn diese zugelassenen Produkte ihren Preis haben. Daher ist es richtig, die Hersteller an den Entsorgungskosten zu beteiligen. Die gesetzlichen Grundlagen will Schulze bis 2021 schaffen. Mal schauen, ob die Ministerin nicht nur ein Gespür für Timing, sondern auch einen langen Atem hat.