Deutsche Bahn Fremdenfeindlicher Flyer im DB-Magazin aufgetaucht

Von red 

In Baden-Württemberg haben Unbekannte fremdenfeindliche Broschüren als Beilage getarnt in das Kundenmagazin der Deutschen Bahn gelegt. Die zuständige Verlagstochter erstattete Anzeige.

Die Bahn distanziert sich von den Aussagen des rechtsextremen Flyers. (Symbolbild) Foto: dpa
Die Bahn distanziert sich von den Aussagen des rechtsextremen Flyers. (Symbolbild) Foto: dpa

Stuttgart - In mehreren Zügen in Baden-Württemberg haben Unbekannte einen Flyer mit rechtsextremen Inhalten in das Kundenmagazin der Deutschen Bahn gesteckt. Im Raum Stuttgart tauchte der Flyer bereits im November einzeln in einigen S-Bahnen auf. Herausgegeben wird das Faltblatt mit dem Titel „Die Asyl-Krise: Die Wahrheit über das Asyl-Chaos“ von der rechtskonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ aus Berlin. Bisher soll es sich nur um Einzelfälle handeln, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet. Offensichtlich soll der Anschein erweckt werden, dass es sich bei dem fremdenfeindlichen Flyer um eine gewöhnliche Werbebeilage handelt.

Die Bahn distanziert sich

Die Bahn zeigte sich angesichts der Vorkommnisse überrascht und reagierte mit einer Stellungnahme, welche sich klar von „der Botschaft und der Weltanschauung“ der Broschüre distanzierte. Der Konzern und das Kundenmagazin DB Mobil stünden für „eine tolerante Gesellschaft.“ In dem Flyer wird hauptsächlich Stimmung gegen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht. Unter anderem heißt es: „Wir importieren die Verfolgung von Christen, fördern Zwangsehen, Menschenhandel und Prostitution.“

Anzeige gegen Unbekannt erstattet

Auf eine Anfrage des SWR ließ der Pressesprecher der Jungen Freiheit, Bastian Behrens, wissen, dass der Verlag nichts mit der Aktion zu tun habe. Der pressrechtlich verantwortliche Herausgeber des Kundenmagazins, eine Verlagstochter von Gruner und Jahr, erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Behrens rechne aber nicht mit Konsequenzen für die rechte Zeitung. Die Bahn bat ihr Personal in Baden-Württemberg in Zukunft verstärkt auf ähnliche Vorfälle zu achten.