Fördergeld für Gebäudeoptik Frischzellenkur für Schorndorfer Altstadt-Fassaden

Von Harald Beck 

51 Altbauten in der westlichen Innenstadt erstrahlen rechtzeitig vor der Gartenschau in neuem Glanz. Stadt steuert Obolus zu den Kosten bei.

Die  Gaupp’sche Apotheke beeindruckt mit solide saniertem Fachwerk, andernorts herrscht nagelneue Farbenpracht Foto: Horst Rudel
Die Gaupp’sche Apotheke beeindruckt mit solide saniertem Fachwerk, andernorts herrscht nagelneue Farbenpracht Foto: Horst Rudel

Sanierung - Schorndorf ist für seine eindrucksvollen Fachwerkfassaden im Bereich des Marktplatzes und das entsprechend idyllische Altstadtambiente bekannt. In den Straßen und Gässchen drum rum allerdings gibt es städtebaulich den einen oder anderen optischen Problemfall. Genau dafür habe man ein städtisches Förderprogramm aufgelegt, berichtete der Oberbürgermeister Matthias Klopfer beim Rundgang durch die Gassen im der westlichen Altstadt. Das Fassadengestaltungsprogramm habe gut eingeschlagen: In den vergangenen Monaten hätten die Eigentümer von 51 Häusern in diesem Bereich die Fassaden ihrer Bauten instand gesetzt.

51 Häuser sind frisch herausgeputzt

Der aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammende Bau der Gaupp’schen Apotheke am Oberen Marktplatz ist eines der markantesten Gebäude, die bei dieser Gelegenheit im Fassadenbereich saniert und frisch herausgeputzt worden sind. Mit 70 000 Euro war hier der finanzielle Aufwand für den Bau mit ganz bemerkenswerter Geschichte am größten. Dort seien, so berichteten die Eigentümer bei dem Rundgang, gleich auch noch Renovierungssünden aus vergangenen Jahrzehnten behoben worden. Dort, wo – zum langfristigen Schaden für die alten Holzbalken – einst mit Holzersatzstoffen gespachtelt wurde, sind in exakter Handarbeit alle Fugen und Spalten mit präzise geschnitzten Holzstücken gefüllt worden.

Das historisch Einzigartige an dem das Altstadtbild mit prägenden Bau: Einst, nach dem Stadtbrand anno 1634, ist hier auf den mit dem Schutt des Vorgängerhauses gefüllten Grundmauern ein komplett aus dem benachbarten Schornbach hergeschaffter Fachwerkbau aufgesetzt worden.

Stadt spendiert 270 000 Euro

Mehrere der Bauten, die nun teilweise auch in recht markanten Farben erstrahlen, liegen deutlich versteckter in der Römmel- oder Hetzelgasse. Insgesamt, so berichtete der Projektleiter Jochen Schäfer vom Fachbereich Stadtentwicklung, seien mit dem Fassadengestaltungsprogramm Investitionen von etwa 800 000 Euro angestoßen worden. Die Stadt habe sich an der Verschönerung des Stadtbildes pünktlich vor Beginn der Remstalgartenschau mit Fördergeldern in Höhe von 270 000 Euro beteiligt.