Förderung für Grafenau Sportstätten – „Es nicht zu versuchen, wäre grob fahrlässig“
Grafenau bewirbt sich um Bundesmittel für die geplante Sportstättenerweiterung. Die Chance ist gering, aber die Finanznot lässt der Gemeinde keine Wahl.
Grafenau bewirbt sich um Bundesmittel für die geplante Sportstättenerweiterung. Die Chance ist gering, aber die Finanznot lässt der Gemeinde keine Wahl.
Im Rahmen seines Infrastruktur-Sondervermögens schüttet die Bundesregierung Fördergelder in Höhe von 333 Millionen Euro für das neue Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) aus. Grafenau würde gerne ein paar Tropfen dieses warmen Geldregens abbekommen und bewirbt sich deshalb mit Projektskizzen zu vier lokalen Projekten.
Die besten Erfolgsaussichten aufgrund ihrer Dringlichkeit sowie des jeweiligen Planungsstandes haben aus Sicht der Verwaltung die Sanierung und Erweiterung der TSV-Sportanlagen auf dem Dätzinger Holzberg, die Sanierung der Anlagen des Tennisclubs Dätzingen, die Sanierung der Wiesengrundhalle und die Sanierung des Graf-Ulrich-Baus.
Die Chancen, an die Fördergelder zu kommen sind laut Bürgermeister Martin Thüringer gering und bei bundesweit tausenden Bewerbungen sei auch nur mit Fördersummen im niedrigen fünfstelligen Bereich zu rechnen. Aber trotz aller Bedenken hinsichtlich der Erfolgschancen des Vorhabens, sah Jan Misselbeck, Sachgebietsleitung Steueramt, es bei der letzten Gemeinderatssitzung Mitte Dezember angesichts der schwierigen Finanzlage der Gemeinde als „grob fahrlässig“ an, nicht wenigstens den Versuch zu unternehmen.
Das sah auch der Gemeinderat so und stimmte einstimmig dafür, sich an dem Projektaufruf zu beteiligen. Die Zeitschiene für das Programm ist eng gesteckt: Die Einreichungsfrist für eine Projektskizze ist der 15. Januar 2026, die Projektauswahl ist für den 28. Februar 2026 vorgesehen. Der früheste Baubeginn wäre Mitte 2026, die Jahresraten für die Förderung erstrecken sich über sechs Jahre bis 2031.