Folge der US-Politik unter Trump Heizölpreis auf höchstem Stand seit vier Jahren

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Die Jahre der Ölschwemme und damit der günstigen Ölpreise klingen langsam aus, sagen Experten. Schon jetzt ist Heizöl so teuer wie seit vier Jahren nicht mehr. Vor allem im Südwesten sind die Preisaufschläge derzeit hoch. Und es dürfte nicht günstiger werden.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt den Heizölpreis. Foto: dpa
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt den Heizölpreis. Foto: dpa

Stuttgart - Der Preis für Heizöl ist auf den höchsten Stand seit vier Jahren gestiegen. 2000 Liter kosten mittlerweile durchschnittlich 1421 Euro, hat das Internet-Vergleichsportal Check 24 ausgerechnet. So teuer war Heizöl zuletzt im Herbst 2014. Am billigsten war Heizöl im Januar 2016; seitdem sind die Preise um 71 Prozent in die Höhe geschnellt.

Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern sind dabei deutlich größer als in früheren Jahren. Besonders in Baden-Württemberg komme es zu Aufschlägen, ist im Internet-Portal tanke-günstig.de nachzulesen. Grund dafür seien Engpässe auf den Wasserstraßen, die niedrigen Wasserpegel erschweren den Transport des Öls. Kräftige Preisaufschläge habe es auch in Bayern, Sachsen und Thüringen gegeben; weniger hoch waren sie in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. So sollen 100 Liter Heizöl – bei einer Abnahmemenge von 2000 Litern – in Baden-Württemberg derzeit 82,10 Euro kosten. In Bayern sind für diese Menge bereits 83,95 Euro zu berappen, in Hamburg dagegen nur 74,39 Euro, hat tanke-günstig.de errechnet.

Es existieren vielfältige Unsicherheiten

„Viele Unsicherheitsfaktoren treiben derzeit den Preis für Rohöl und auch für Heizöl“, sagt Oliver Bohr, Geschäftsführer Energie bei Check 24. Vor allem der Konflikt zwischen den USA und dem Iran habe im August zu einem Anstieg des Rohölpreises und in der Folge auch der Heizölpreise geführt. Zudem sei in einigen Ölförderländern wie Venezuela und Libyen die politische Lage und damit auch die Ölproduktion weiterhin instabil.

Mit deutlich sinkenden Preisen wird derzeit nicht gerechnet. Insgesamt klingen die Jahre der Ölschwemme und der günstigen Ölpreise langsam aus, heißt es bei günstig-tanken.de. Zwar sei der Ölpreis noch ein gutes Stück von der 100-Dollar-Marke (rund 86 Euro) entfernt – die Nordsee-Sorte Brent kostete zuletzt 77,85 Dollar pro Barrel (159 Liter) –, doch die Heizölpreise würden sich bereits den Regionen wie vor dem Preisverfall annähern.

Anders als der Heizölpreis verharrt der Gaspreis dagegen auf niedrigem Niveau, schreibt Check 24. So kosteten 20 000 Kilowattstunden Gas im August 1178 Euro; dies sei rund 17 Prozent weniger als die vergleichbare Menge von 2000 Liter Heizöl. Wie lange die günstige Lage noch anhalte, sei allerdings fraglich, so Check 24.

Bereits für die Monate September und Oktober hätten bereits 15 Grundversorger eine Erhöhung des Gaspreises um bis zu 16,5 Prozent angekündigt. „Trotz der vergleichsweise niedrigen Preise war ein Wechsel des Gasanbieters selten so lukrativ wie heute“, sagt Bohr. „Alternative Gastarife sind derzeit rund ein Drittel günstiger als die Grundversorgung.“