Folgen der Corona-Epidemie Absage der Buchmesse trifft Verlage und Hochschule

Von Ralf Recklies 

Die Absage der Leipziger Buchmesse wegen des sich ausbreitenden Coronavirus trifft auch Verlage von den Fildern – und die Hochschule der Medien (HdM). Die hätte dort unter anderem für den Verlagsstudiengang Media Publishing geworben.

Die Corona-Epidemie hat auch die Leipziger Buchmesse erwischt. Foto: dpa/Jan Woitas
Die Corona-Epidemie hat auch die Leipziger Buchmesse erwischt. Foto: dpa/Jan Woitas

Filder - Annähernd 2500 Verlage und Dienstleister aus dem Verlagsbereich wollten sich vom 12. bis 15. März bei der Leipziger Buchmesse einem großen Publikum präsentieren. Wegen der zunehmenden Verbreitung des Coronavirus in Deutschland wurde die Messe aber abgesagt.

Dies nicht nur zum Bedauern von Bücherfans. Auch für Verlage von den Fildern, die sich auf der Frühjahrsschau des deutschen Buchhandels präsentieren wollten, ist die Absage bitter. Auch die Hochschule der Medien (HdM) in Vaihingen ist betroffen. Zwei Professoren und vier Studierende hätten auf der Messe unter anderem den Verlagsstudiengang Media Publishing vorgestellt. „Einerseits, um Nachwuchskräfte dafür zu begeistern“, wie Professor Ulrich Huse sagt. Andererseits böten solche Branchentreffs gerade den Studierenden die Möglichkeit, Kontakte zu Verlagen und damit zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen. Zwar treffe die Absage die HdM nur am Rande, da die Leipziger Hochschule den Gemeinschaftsstand, bei dem es um Studiengänge rund ums Buch geht, organisiert hatte. „Es beteiligen sich aber seit Jahren sieben Studiengänge an den Buchmessen“, sagt Huse. Die Studierenden und Kollegen aus Leipzig hätten den Stand auf der Buchmesse als Semesterarbeit vorbereitet. „Die trifft es nun besonders hart.“

Es geht um die Gesundheit

Nicole Schindler, Leiterin des Bereichs Vertrieb, Marketing und Buchverlag im Eugen Ulmer Verlag mit Sitz in Plieningen, findet die Absage der Leipziger Buchmesse bedauerlich, aber richtig. „Ich habe die Absage für mich und mein Team begrüßt“, sagt sie, schließlich gehe es auch „um die Gesundheit der fünf bis sechs Mitarbeiter“, die den Verlag in Leipzig repräsentiert hätten. Wenn Verlags- oder Redaktionsmitarbeiter krank würden und dadurch länger ausfielen, könnte sich dies für den Verlag, der Zeitschriften und Bücher publiziert, negativ auswirken.

Finanziell sei die Absage für den Eugen Ulmer Verlag kein Problem, auch wenn man die Storno-Kosten für Hotelzimmer sowie für den Messestand tragen müsse. Für den Eugen Ulmer Verlag hänge nicht unbedingt der große Umsatz an der Buchmesse in Leipzig, „wir betreiben dort aber immer auch Trendforschung“. Ebenso sei die Messe für den Austausch mit anderen Partnern wichtig. „Wir nutzen die Messe auch immer dazu, um Geschäftskunden unser künftiges Programm vorzustellen“, sagt Schindler. Dies müsse nun eben auf anderem Weg geschehen, mutmaßlich per Telefon.

Seit 2012 immer auf der Messe in Leipzig vertreten

Götz Gußmann vom Steinenbronner Scribo-Verlag, der seit 2012 durchgängig auf der Messe vertreten war, kann nicht genau sagen, wie sich die Absage wirtschaftlich auswirken wird – „aber größere Verkaufsabschlüsse sind auf der ,Lesemesse’ bei uns eher selten gewesen“, sagt Götz. Mit der Buchmesse in Leipzig zeige der Verlag aber Flagge, „so haben wir über die Jahre ein treues Publikum gewonnen. Diese Interaktion entfällt nun“. Die Absage an sich hält Götz für richtig. Weniger wegen der gesundheitlichen Risiken, als vielmehr wegen der ausbleibenden Besucher, wie sich bei der Retro Classics auf der Landesmesse gezeigt habe. „Eine reine Publikumsmesse ohne Publikum macht nicht wirklich Sinn.“

Frequenz am Stand war zuletzt sehr gut

Der Richard Sellmer Verlag stand ebenfalls auf der Ausstellerliste in Leipzig. Zum zweiten Mal wollte sich der Vaihinger Hersteller von Adventskalendern dort präsentieren. „Es ist bedauerlich, das die Messe abgesagt werden musste“, sagt der Verlagschef Richard Sellmer, zumal die Frequenz am Stand bei der Premiere sehr gut gewesen sei. „Für uns ist das aber keine ganz so wichtige Messe“, sagt Sellmer. Der Schaden sei daher sehr begrenzt.




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