Folgen des Lockdowns Forscher sehen Naturfilme als Mittel gegen den Corona-Blues

Von Franziska Schmock 

Gerade in der Corona-Krise sind Langeweile und Einsamkeit Gefühle, mit denen viele Menschen zu kämpfen haben. Eine neue Studie zeigt nun wie Naturfilme gegen negative Stimmungen helfen.

In einer neuen Studie haben Forscher untersucht, welche Auswirkungen ein virtueller Tauchgang auf die Laune der Probanden hatte. Foto: dpa
In einer neuen Studie haben Forscher untersucht, welche Auswirkungen ein virtueller Tauchgang auf die Laune der Probanden hatte. Foto: dpa

Stuttgart - Freizeiteinrichtungen schließen, von Reisen wird abgeraten und auch Tagestrips sollen vermieden werden. Für viele Menschen sind die Einschränkungen des neuen Lockdowns betrübend. Gerade jetzt im Herbst und Winter wiegen die Maßnahmen noch schwerer und gerade Naturliebhaber sehnen sich danach, etwas Neues zu sehen und die Schönheit der Erde zu genießen.

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Doch eine Studie von Forschern der University of Exeter hat nun ein überraschendes Ergebnis hervorgebracht: Auch virtuelle Ausflüge in die Natur können der menschlichen Psyche gut tun – und gegen Langeweile und Isolation helfen. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin „Journal of Environmental Psychology“. Zuerst wurde den 96 Probanden ein langweiliges Video über einen Bürojob vorgespielt. Dann wurden sie in drei Gruppen eingeteilt und es folgte ein Video über ein Korallenriff, bunte Fische und eine Meeresschildkröte.

Langeweile mit Naturfilmen bekämpfen

Eine Gruppe sah sich das Unterwasservideo im Fernsehen an, die zweite trug eine VR-Brille mit Headset und konnte sich 360 Grad umsehen und die dritte Gruppe bekam zusätzlich noch einen Controller in die Hand, sodass sie sich im Korallenriff bewegen und zu einem virtuellen Tauchgang starten konnten. Das Ergebnis war verblüffend: Egal auf welche Art die Probanden das Video sahen, alle drei Methoden führten zu weniger negativen Gefühlen und wirkten gegen Langeweile.

Die Forscher wollen mit dieser Information besonders Menschen, die zu Risikogruppen gehören, helfen. Denn durch die Covid 19 Pandemie fühlen sich gerade Senioren oft isoliert und einsam. Deshalb sollen die Ergebnisse der Studie als nächstes in Pflegeheimen ausprobiert werden. Durch die virtuellen Ausflüge könnte bald schon Menschen, die sich einsam fühlen oder unter chronischer Langeweile leiden geholfen werden.

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