Die geplanten Container für den Pop-up-Jugendtreff im Leonhardsviertel sind wegen des Ukraine-Krieges nicht lieferbar. Nun wird mit zwei Bauwägen improvisiert.

Lokales: Martin Haar (mh)

Drei Jahre lang hatte die SPD-Bezirksbeirätin Mihaela Manachidis um einen Pop-up-Jugendtreff im Leonhardsviertel gekämpft. Gegen allerlei Widerstände und Bräsigkeit in der Stadt. Als es dann im April so weit war, der kommunalpolitische Daumen nach oben zeigte, weinte Mihaela Manachidis im Rathaus hemmungslos: „Ich bin überwältigt und überglücklich, dass wir es geschafft haben“, sagte sie voller Emotionen in Bezug auf das Startdatum 1. Juli.

Ähnlich aufgewühlt reagierte sie auch zuletzt. Denn am 1. Juli war am Züblinparkhaus keine Spur von Pop-up-Jugendtreff. Nichts von dem, das im Bezirksbeirat beschlossen wurde, war zu sehen. „Das ärgert mich“, sagt sie nun, da inzwischen immerhin seit Mitte Juli zwei Bauwägen zu sehen sind. Aber vom eigentlich geplanten Angebot ist das weit entfernt. Beschlossen wurde ein bis zum Jahr 2025 zeitlich begrenzter Treff für Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahre. Eine Möglichkeit zur Kontaktpflege mit Räumen in zwei Containern. Angebote zum Chillen mit WLAN, Musik, Sofa und einer kleinen Theke. Nicht fehlen sollte eine Ausstattung mit einem WC, einer Tischtennisplatte sowie einem Ballsport- und Skateverleih. Insgesamt sollen sich vier Pädagogen einen 200-Prozent-Stellenanteil, der über den Doppelhaushalt getragen wird, teilen.

Die Folgen des Krieges

Zwei Mitarbeiterinnen davon sind die Sozialpädagoginnen Lisa Glöggler und Lydia Werner von der Jugendhausgesellschaft. Sie können den Ärger der Bezirksbeirätin nachvollziehen. Aber auch ihnen seien die Hände gebunden. „Die Container kommen noch“, sagt Lisa Glöggler, „es hat sich alles etwas nach hinten verschoben.“ Wegen des Ukraine-Krieges gebe es Lieferschwierigkeiten bei Containern. Aber man versuche nun aus der Not eine Tugend zu machen: „So haben wir die Freiheit, mit den Jugendlichen die Dinge zu entwickeln“, sagt Lydia Werner. Kleines Beispiel: Ein Steppke kommt um die Ecke und fragt: „Haben Sie Comics?“ Die Sozialpädagogin schüttelt den Kopf, nimmt den Wunsch aber gewissenhaft auf. Demnächst wird es also auch Comics geben.

Nach diesem Prinzip wollen die beiden bis Oktober alle Wünsche der Jugendlichen sammeln und – wenn möglich – erfüllen. Dann rechnen beide auch damit, dass sich das Angebot im Viertel und in der Stadt herumgesprochen hat. Derzeit kommen täglich bis zu 15 Kinder. Ausgerichtet ist das Konzept für bis zu 40 Jugendliche. Helfen sollen bei der Werbung vor allem soziale Medien. Auf Instagram (popupzueblin) findet man auch die Angebote sowie die Öffnungszeiten in den Sommerferien: Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag von 15 bis 21 Uhr.