Fondation Yves Rocher Dieser Preis gehört den Frauen

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Die Stuttgarterin Silvia Hämmerle ist mit der Trophée des Femmes der Yves Rocher Fondation ausgezeichnet worden. Sie setzt sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Aufforstung des Regenwaldes auf den Philippinen ein und kämpft gegen die Armut von behinderten Menschen.

Jacques Rocher plaudert bei der Preisvergabe mit den Preisträgerinnen Denise Wenger, Christine von Weizsäcker und Siliva Hämmerle (v. li.). Foto: imago stock&people
Jacques Rocher plaudert bei der Preisvergabe mit den Preisträgerinnen Denise Wenger, Christine von Weizsäcker und Siliva Hämmerle (v. li.). Foto: imago stock&people

Stuttgart - Merci beaucoup, Christine, Silvia et Denise“: Eleganter kann man nicht gratulieren als Jacques Rocher. Dessen Vater Yves Rocher hat die bekannte Kosmetikmarke gegründet, der Sohn widmet sich der Umweltstiftung des Konzerns. Die Fondation Yves Rocher (damit ist keine Grundierung gemeint) tritt einmal im Jahr ins Rampenlicht, zur Verleihung der „Trophée de femmes“, 2014 an Christine von Weizsäcker aus Emmendingen, Silvia Hämmerle aus Stuttgart und Denise Wenger aus München.

Als Gründer und Ehrenpräsident gratuliert Jacques Rocher den jeweils drei Frauen in acht Ländern weltweit gerne selbst. Voriges Wochenende war er in Marokko, diesen Donnerstag kam er aus Paris eingeflogen. Monsieur wurde elegant empfangen im Marmorsaal des Weißenburgparks, der mit betörend duftendem Jasmin geschmückt war – wenn schon eine Kosmetikmarke einlädt.  Die deutsche Preisverleihung findet seit elf Jahren in Stuttgart statt, denn von hier aus startete der Konzern 1974, um als einer der ersten Pflanzenspezialisten „die deutschen Frauen zu verschönern“, wie Jean Pierre Cismaresco, der Geschäftsführer für Zentraleuropa erläuterte. „Die Frauen sind nicht unsere einzige Leidenschaft, sondern wir haben auch eine Verpflichtung der Natur gegenüber.“

In zehn Jahren 30 Frauen ausgezeichnet

Die 1991 gegründete Stiftung ist Ausdruck dieser Verpflichtung, ihr Ziel ist die Erhaltung und der Schutz der Natur. Bis 2015 will sie weltweit 50 Millionen Bäume pflanzen. Bereits mehr als die Hälfte wächst schon. Mit dem Umweltpreis, der mit insgesamt 18 000 Euro dotiert ist, wurden in den vergangenen zehn Jahren in Stuttgart 30 Frauen ausgezeichnet.

„Bei der Vorbereitung habe ich viel gelernt“, sagte Peter Laufmann, leitender Redakteur der Fachzeitschrift Natur und langjähriges Jury-Mitglied. Etwa, dass inzwischen wieder Wale im Hamburger Hafen jagen. Zunächst wollte der Biologin Denise Wenger keiner glauben, aber inzwischen hat sie dank vieler Kajakfahrer, Segler und Spaziergänger bewiesen, dass die Schweinswale wieder weit in die norddeutschen Flüsse vordringen. Für ihr Schutzprojekt bekam sie den dritten Preis.

Der zweite Preis ging an Christine von Weizsäcker, die Frau des SPD-Politikers Ernst Ulrich von Weizsäcker, der entspannt in der zweiten Reihe saß: „Bitte, dieser Preis gehört den Frauen!“ Die Biologin Christine von Weizsäcker setzt sich seit den 70ern für Frauen in armen Ländern ein. Sie leiht ihnen ihre Stimme bei internationalen Kongressen wie dem Erdgipfel in Rio, ihr Netzwerk reicht um den Globus. 1996 hat sie eine Organisation mitbegründet, die Frauen schult, selbst an den Verhandlungen teil zu nehmen. „Es ist ein Meisterwerk zu versuchen zu beschreiben, was ich tue“, sagte sie. „Es wird nur wirksam, wenn es unsichtbar bleibt.“

Preisträgerin hat sich zum dritten Mal beworben

Drei Mal hat sich Silvia Hämmerle beworben, jetzt hat es geklappt, und gleich richtig: Sie bekam die Siegerprämie in Höhe von 10 000 Euro. Eine riesige Überraschung, zumal die Stuttgarterin erst 25 Jahre alt ist. „Wer für etwas kämpft, fängt meist früh damit an“, so Jacques Rocher.

Silvia Hämmerle kämpft gleich an zwei Fronten, zum einen für die Aufforstung des Regenwaldes auf den Philippinen, wo sie als Tochter von Entwicklungshelfern aufwuchs, und zum anderen gegen die Armut von behinderten Menschen. 2011 hat sie das Projekt Life-Giving Forest mitbegründet, das beides miteinander vereint. „Dieser Frauenpreis inspiriert“, jubelte sie.

Im geselligen Teil gab’s Rieslingsekt zu Maultaschen mit Kartoffelsalat. Monsieur Rocher nippte am Wasser und eilte dann nach Hause. Schließlich ist er auch Bürgermeister des 2000-Seelen-Dorfs La Gacilly in der Bretagne. So wie sein Vater vor ihm.

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