US-Präsident Barack Obama und Indianer finden den Namen des Washingtoner Football-Teams Redskins, zu deutsch „Rothäute“, rassistisch. Er diskriminiere die amerikanischen Ureinwohner.
Washington - Aufgeregte Debatten über das Footballteam der Washington Redskins gehören zur US-Hauptstadt wie die Dauerklagen über die unzuverlässige U-Bahn. Kein Besuch beim Zahnarzt etwa vergeht ohne die Erörterung der Frage, warum der junge Quarterback Robert Griffin III. mal wieder nicht gespielt hat, wie er soll. Doch seit einigen Tagen wird der sportliche Diskurs von einem Streit über den Namen der Mannschaft verdrängt. Auslöser ist ausgerechnet US-Präsident Barack Obama. Der hat erklärt, er würde, wenn er könnte, dem Team einen neuen Namen geben. „Redskins“, sagte der Sportfan im Weißen Haus, das sei doch ein Begriff, der viele Menschen beleidige.
Der Redskins-Besitzer will keine Umbenennung
Vertreter der amerikanischen Ureinwohner, die seit Jahrzehnten einen neuen Namen für das Team fordern, nahmen die Worte Obamas gerne auf. Obama habe sich als erster amtierender Präsident gegen den rassistischen Namen ausgesprochen, sagte Ray Halbritter von den Oneida-Indianern. Sie haben es bereits geschafft, dass eine Highschool-Mannschaft aus dem Bundesstaat New York den Beinamen „Rothäute“ abgelegt hat.
Aber Washington wird wohl nicht so schnell folgen. Daniel Snyder, der im Mediengeschäft ein Vermögen gemacht hat und seit 1999 Besitzer der Redskins ist, hängt am alten Namen seiner Mannschaft, die mit einem geschätzten Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar zu den wertvollsten Footballteams gehört. Snyder hat sich den Rechtsanwalt Lanny Davis zur Seite geholt, einen früheren Rechtsberater von Präsident Bill Clinton, der auf schwer vermittelbare Fälle spezialisiert ist. Davis zeigt sich enttäuscht von Obama. Schließlich verlange laut Meinungsumfragen nicht einmal die Mehrheit der amerikanischen Ureinwohner eine Namensänderung.
Zauberer statt Geschosse
Ein Blick in die Historie zeigt, dass Namensänderungen nicht das sportliche Ende zur Folge haben müssen. 1996 ließ Abe Pollin seine Basketball-Bullets in Wizards umtaufen. Zauberer waren ihm lieber als Geschosse, seit sein Freund, der israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin, ermordet worden war. Redskins-Besitzer Snyder aber denkt nicht an eine Umbenennung. Der Zeitung „USA Today“ sagte er: „Wir werden den Namen niemals ändern. So einfach ist das. Niemals.“