Football Camp des FC Bayern Nur ein Wunsch ist noch offen

Von  

80 000 Jugendliche aus der ganzen Welt wollten zum Allianz Junior Football Camp des FC Bayern. Der Göppinger Selim Coban gehört zu den Glücklichen, die sechs Tage lang in München trainieren dürfen – und eine Menge mehr erleben.

Nur fünf Jugendliche aus Deutschland nehmen am Allianz Junior Football Camp des FC Bayern  teil, darunter der Göppinger Selim Coban (Zweiter von links). Foto: Tim Bechtel
Nur fünf Jugendliche aus Deutschland nehmen am Allianz Junior Football Camp des FC Bayern teil, darunter der Göppinger Selim Coban (Zweiter von links). Foto: Tim Bechtel

Göppingen/München - Das Vereinstrikot des FV Vorwärts Faurndau hat Selim Coban zwar im Gepäck. Doch seit dem vergangenen Mittwoch dreht sich bei dem 16-jährigen Göppinger alles um den FC Bayern München. Er ist einer von insgesamt 75 Jugendlichen aus 28 Ländern, die in diesem Jahr am Allianz Junior Football Camp teilnehmen dürfen. Rund 80 000 Bewerbungen aus der ganzen Welt sind beim Sponsor des deutschen Meisters und Pokalsiegers eingegangen. Selim Coban ist einer von nur zwei Jungs und drei Mädchen aus Deutschland, die für ein paar Tage in die große Welt des Fußballs eintauchen können.

Passen und Jonglieren, Dribbeln und Schießen: für gewöhnlich absolviert der Heisenberg-Gymnasiast seine Übungseinheiten mit der Faurndauer A-Jugend im Dittlau, nun kickt er mit Brasilianern und Malaien, mit US-Amerikanerinnen und Portugiesinnen auf den Trainingsplätzen an der Säbener Straße. „Ich bin beim Surfen im Internet zufällig auf die Werbung für das Allianz-Fußball-Camp gestoßen und habe meine Daten eingegeben“, erzählt Selim Coban.

Trikot des FV Vorwärts Faurndau im Gepäck

Die im Bewerbungsbogen gestellte Frage, welchen Gegenstand er denn zu dem Fußballtreffen nach München mitnehmen würde, beantwortete er mit den Worten „das Trikot meines Heimatvereins“. Diese Heimatverbundenheit muss das Auswahlgremium offensichtlich überzeugt haben und so landete einige Wochen später eine Zusage in Selim Cobans Briefkasten. Seither sei er vor Aufregung fast ständig am Zittern gewesen. „Wenn man sich das nur vorstellt, einmal dort zu stehen, wo sonst die Stars trainieren“, sagt der Elftklässler, der „natürlich“ ein glühender Anhänger des deutschen Vorzeigeklubs ist.

Trotz aller Nervosität will der Abwehrspieler bei dem Camp zeigen, was er drauf hat. „Ich möchte viel lernen, mich als Göppinger beweisen und etwas mitnehmen für meinen Verein“, erklärt er. Und irgendwo im Hintergrund sei da natürlich auch die Hoffnung, von einem der Trainer und Betreuer für größere Aufgaben entdeckt zu werden. Dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen könnte, hält er zwar selbst „für nicht gerade sehr wahrscheinlich“.

Einblicke in das große Fußballgeschäft

Andere Träume werden sich indes erfüllen. Noch nie hat Selim Coban seine Bayern live in der Allianz-Arena spielen sehen. Bis Freitagabend, als er mit den anderen Camp-Teilnehmern beim Bundesligaauftakt gegen den VfL Wolfsburg mitfiebern durfte. Auch die Elite-Kicker kannte er bislang nur aus dem Fernsehen. Nach und nach werden diese aber wohl höchstpersönlich bei den Übungseinheiten der Jugendlichen vorbeischauen. Franck Ribery und der Bayern-Altstar Paul Breitner waren bereits da. Andere könnten in den nächsten Tagen noch auftauchen.

Darüber hinaus wird Coban, gemeinsam mit seinen Teamkolleginnen und -kollegen auf Zeit, Einblick in das große Fußballgeschäft bekommen. Die Erlebniswelt des FC Bayern steht ebenso auf dem Besuchsprogramm wie ein Ausflug hinter die Kulissen der Allianz-Arena. Ganz oben auf der Liste steht, wie Paul Breitner betont, „dass es der Fußball möglich macht, „dass die Teilnehmer dieses Allianz Junior Camps, über Länder- und Kulturgrenzen hinweg Freundschaften schließen“.

Ob sich für Selim Coban indes sein größter Wunsch erfüllt ist noch offen. „Ich würde gerne meinen Lieblingsspieler Manuel Neuer treffen und ein paar Worte mit ihm wechseln“, sagt er. Ob das gelingt? – Bis Montag hat der junge Göppinger zumindest noch die Chance darauf, dass sich ein solches Gespräch ergibt.