Holzgerlingen Twister in der Football-Jugend-Bundesliga „Wir wollen Deutschland zeigen, dass wir kein Bauernverein sind“

Großes Team: Die U20 der Holzgerlingen Twister will sich gegen die hochkarätige Konkurrenz behaupten. Foto: Twister

Erstmals seit 2019 spielen die Holzgerlingen Twister wieder in der Jugend-Bundesliga. Auf die Football-Talente warten schwere Gegner, doch der Klub gibt sich angesichts der Verstärkungen kämpferisch.

In diesem Jahr weht Bundesliga-Luft über den Kunstrasenplatz in Holzgerlingen. Die Twister spielen erstmals seit 2019 wieder in der Jugend-Bundesliga, der GFL Juniors. Am Samstag (15 Uhr) beginnt die neue Football-Saison, mit den Wiesbaden Phantoms ist direkt eines der besten Nachwuchsteams der vergangenen Jahre zu Gast. „Wir sehen uns als klarer Underdog“, meint Twister-Jugendkoordinator Aziz Hamiko.

 

Dabei kann das Team mit reichlich Selbstvertrauen ins Rennen gehen. In der Aufstiegssaison verloren die Twister-Talente kein einziges Spiel, lediglich die erste Partie endete mit einem 7:7-Remis gegen die Nürnberg Rams. Diese Leistung ist noch höher einzuschätzen, wenn man bedenkt, dass der damalige Headcoach Jemil Hamiko nach dem Duell sein Amt wegen Querelen mit dem Verband niedergelegt hat. Sein Bruder Aziz übernahm fortan den Posten und führte die damalige U19 ohne Niederlage und einem Punkteverhältnis von 249:42 ins Oberhaus.

Nun wartet jedoch eine neue Herausforderung auf die Mannschaft. Das beginnt schon bei der Einteilung der Altersklasse, denn die GFL Juniors wird seit vergangenem Jahr als U20 ausgetragen, die Gegner sind also noch älter als bisher. Dennoch ist Hamiko nicht bange. „Der Kern meiner Mannschaft spielt seit drei Jahren zusammen“, erklärt er. Das sei in einer Sportart, die sehr taktisch ist und von einstudierten Abläufen abhängt, kein zu unterschätzender Vorteil.

Dennoch wird es alles andere als einfach werden. Mit den Phantoms, den Schwäbisch Hall Unicorns, Fursty Razorbacks, Bad Homburg Sentinels, Stuttgart Scorpions, Saarland Hurricans, Troisdorf Jets und Munich Cowboys warten teils große Brocken auf die Twister. Dennoch ist das Ziel klar. „Ich gehe nicht hoch, um wieder abzusteigen“, betont Hamiko. Damit es nicht so weit kommt, hat er das Team breiter aufgestellt. So rücken nicht nur acht Spieler aus der eigenen U16 nach, sondern auch von anderen Vereinen wie den Scorpions, Mannheim Bandits oder Leonberg Alligators kamen Talente hinzu. Somit zählt das Team nun 53 Spieler. „Wir haben eine neue Tiefe im Kader.“

Veränderungen gab es aber auch an der Seitenlinie. Hamiko kümmert sich sportlich nur noch um die Special Teams, wird sich aber weiterhin um den organisatorischen Bereich kümmern. Der neue Headcoach ist Marco Schwarz, der vergangenes Jahr bereits Offensive Coordinator war. Der Ex-Spieler bekommt dabei aber tatkräftige Unterstützung von teils namhaften Kollegen. Ex-Jugendnationalspieler Tom Edel ist Defensive Coordinator und Trainer der Linebacker. Darko Pisaric, der unter anderem zwei Jahre in der European League of Football für Stuttgart Surge gespielt hat, kümmert sich um die Defensive Line. „Er verlangt von den Spielern so viel, wie sie an diesem Tag leisten können“, schwärmt Hamiko über Letzteren. Pisaric habe mit seiner Art und Weise drei Spieler von einem Wechsel überzeugt.

Doch auch für die anderen Position haben die Twister Trainer gefunden. Mika Hübler soll die Wide Receiver besser machen, Louis Götz die Running Backs. Matthis Eder trainiert die Offensive Line und Philipp Schiweck, der eigentlich Offensive Coordinator der Herrenmannschaft der Reutlingen Eagles ist, coacht die Quarterbacks. Außerdem gibt es mit Eleni Sachinidou eine weibliche Trainerin, sie ist für die Defensive Backs zuständig.

Seit Anfang Dezember legen die Übungsleiter mit dem Team die Grundlage für die neue Saison, auch ein dreitägiges Trainingslager stand auf dem Programm. „Vorher waren wir eine wilde Truppe, jetzt sind wir eine Einheit“, berichtet der Twister-Jugendkoordinator. Diesen Spirit sollen nun auch die Phantoms zu spüren bekommen, wenngleich die Hessen mit Defensive Back Tim Hoffmann einen aktuellen U19-Nationalspieler in ihren Reihen haben. „Wir wissen, dass Wiesbaden sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt.“

Dennoch werden sich die Holzgerlinger alles andere als kampflos geschlagen geben wollen. „Wir wollen Deutschland zeigen, dass wir kein Bauernverein sind“, schickt Aziz Hamiko eine Kampfansage an die Konkurrenz. Er will mit seiner Truppe beweisen, dass sie ein absolut würdiger Gegner ist. Und auch wenn es vorrangig um den Klassenerhalt geht, meint er auch: „Wir würden uns gerne in den Playoffs präsentieren.“ Dafür muss ein Platz unter den ersten vier her, die Messlatte dafür hängt also hoch.

GFL Juniors

Bilanz
Die Holzgerlingen Twister sind erstmals seit 2019 wieder in der höchsten deutschen Spielklasse. Damit stehen sie vor ihrer siebten Spielzeit in der 2001 gegründeten GFL Juniors, einen Playoff-Sieg gab es bisher noch nicht zu bejubeln.

Modus
Insgesamt 16 Teams messen sich in der Jugend-Bundesliga. Die Liga ist dabei in eine Nord- und Südstaffel mit jeweils acht Klubs unterteilt. Die besten vier Mannschaften spielen in den Playoffs den deutschen Meister auf, der Letzte steigt ab.

Gegner
Die Holzgerlingen Twister absolvieren je vier Heim- und vier Auswärtsspiele. Daheim empfangen sie die Wiesbaden Phantoms (26.4.), Stuttgart Scorpions (22.6.), Troisdorf Jets (6.7.) und Schwäbisch Hall Unicorns (27.7.). Derweil müssen sie zu den Fursty Razorbacks (3.5.), Bad Homburg Sentinels (24.5.), Saarland Hurricanes (28.6.) und Munich Cowboys (12.7.) reisen.

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