Football Regionalliga Alligators reisen mit großer Hypothek zum Angstgegner

Saison vorzeitig beendet: Alligator Daniel Bäßler (mit Ball) zog sich im Spiel in Biberach einen Außenbandriss im Fuß zu. Foto: Andreas Gorr

Die Leonberg Alligators wollen sich zumindest die Vizemeisterschaft in der Football-Regionalliga sichern – doch die Vorzeichen vor dem Match bei den Heidelberg Hunters stehen ungünstig.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Sie haben den Schalter wieder umgelegt bei den Leonberg Alligators. Von Enttäuschung auf Angriffslust. Die 14:21-Niederlage im Spitzenspiel bei den Biberach Beavers bedeutet für den Football-Drittligisten, dass der Aufstieg in die Zweitklassigkeit der GFL 2 aus eigener Kraft nicht mehr zu erreichen ist. „Wir haben uns in Biberach gut präsentiert“, sagt Headcoach Fabian Hoyer, „wir haben leider verloren und blicken nun nach vorn.“

 

Denn die Saison ist nicht zu Ende. Drei Spiele stehen noch aus, an diesem Sonntag (15 Uhr) bei den Heidelberg Hunters, am 20. Juli kommen die Fellbach Warriors in den Lewa-Sportpark, Saisonfinale ist am 27. Juli ebenfalls in Leonberg gegen die Freiburg Sacristans. Als Ziel hat Hoyer drei Siege ausgegeben, was gleichbedeutend wäre mit der Vizemeisterschaft – für einen Aufsteiger eine Platzierung, die sich stolz vorzeigen lässt.

Doch vor der Partie in Heidelberg müssen die Alligators mit zwei Gegebenheiten klarkommen – mit einer realen und einer mentalen. Gegen die Beavers hat sich die bislang stark auftrumpfende Daniel Bäßler einen Außenbandriss zugezogen – der auf dem Spielfeld schwer aufzuhaltende Runningback wurde von der Verletzung gestoppt, für ihn ist die Saison vorzeitig vorbei.

Drei wichtige Spieler fehlen

Im Spiel zuvor gegen die Stuttgart Scorpions erlitt Tight End Tim Theurer, der ebenfalls zu den Stützen der Leonberg Alligators zählt, einen Kreuzbandriss – auch für ihn kam damit das abrupte Saisonende. „Diese beiden Ausfälle machen es uns nicht leichter“, sagt Fabian Hoyer. Zudem fehlt Wide Receiver Anas Zeddoug, der gleich beim Saisonauftakt gegen die Holzgerlingen Twister durch einen Kreuzbandriss aus dem Team gerissen worden war.

Eine schwere Hypothek. Denn es geht mit dem um zwei wichtige Akteure erleichterten Team am Sonntag ausgerechnet zu den Heidelberg Hunters, die die Leonberger immer wieder gerne bei sich auf dem Gelände empfangen. Denn die Alligators lassen regelmäßig die Punkte als Gastgeschenk dort. „Egal in welcher Liga wir in Heidelberg gespielt haben“, erzählt Headcoach Hoyer, „wir haben dort noch nie gewonnen.“ Auf eigenem Geläuf sieht das anders aus, im Hinspiel triumphierten die Alligators am 11. Mai mit 21:0 – warum also nicht den Auswärtsfluch endlich brechen? Auch ohne Daniel Bäßler und Tim Theurer.

Noch nie gelang ein Sieg in Heidelberg

Die Leonberger und die Heidelberger Footballer sind sich schon einige Male beim Snap in Startstellung gegenübergestanden. Die Hunters wurden 2011 gegründet und sind fünf Jahre älter als die Alligators, gemeinsam marschierten sie von ganz unten bis in die drittklassige Regionalliga – die Hunters waren dabei stets einen Schritt voraus. „Oft haben wir wichtige Spiele gegen die Hunters verloren, wenn es um den Aufstieg ging“, bemerkt Hoyer. Und es waren auch die Hunters, die den Alligators die erste Niederlage der Club-Geschichte in der Landesliga beigebracht haben. Es sieht so aus, dass die Alligators noch mehr als ein Hühnchen mit den Hunters zu rupfen haben.

In dieser Saison sind die Badener mit zwei Siegen und vier Niederlagen (vorletzter Platz) hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Ein Alligators-Sieg auf Hunters-Gelände – wenn nicht jetzt, wann dann?

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