Unaufhaltsam: Daniel Bäßler (vo.) erzielte gegen seinen ehemaligen Club Fellbach einen Lauf-Touchdown. Foto: Andreas Gorr
Der Football-Regionalligist aus Leonberg schlägt die überforderten Fellbacher mit 44:0. Die Alligators II feiern die Meisterschaft – ob sie aufsteigen, ist aber noch nicht sicher.
Die Leonberg Alligators machten keine Gefangenen und räumten die Fellbach Warriors im Schnelldurchgang aus dem Weg: Der Football-Regionalligist des SV Leonberg/Eltingen fertigte den Club aus dem Norden Stuttgarts mit 44:0 (13:0, 7:0, 7:0, 17:0) ab. „Wir waren in allen Belangen überlegen“, sagte Headcoach Fabian Hoyer.
Das Ergebnis belegt seine Analyse, die Fellbacher hatten nicht den Hauch einer Chance – allerdings muss das Team einen personellen Aderlass verkraften, der sich schon länger hinzieht. So wechselten drei wichtige Spieler vor der Runde von den Warriors zu Stuttgart Surge aus der European League of Football (ELF). „Das ist eine schwere Hypothek“, räumte Hoyer ein.
Die Warriors bekamen gegen die Alligators gerade noch die Pflicht-Mannschaftsstärke von 25 Spielern zusammen, womit ihnen auch die nötige Tiefe im Kader fehlte – und die Leonberger hatten leichtes Spiel. Gleich mit dem ersten Ballbesitz erzielte Luis Turian den ersten Touchdown nach einem schönen Pass. Vor der Halbzeit baute Tobias Egeler mit einem Lauf-Touchdown das Resultat aus. Wenn ein Perfektionist hätte etwas bei den Alligators bemängeln wollen, könnte er lediglich daran kritteln, dass die Leonberger einen Punkt nach einem Touchdown vergaben. „Wir hatten einen recht simplen Spielplan“, verriet Headcoach Hoyer, „wir sind viel gelaufen und spielten nur relativ einfache Pässe.“ Mit dem 20:0 war längst klar, wer den Sieg einfahren würde.
Marc Schiele freute sich über einen Touchdown der Alligators-Defense gegen Fellbach. Foto: Andreas Gorr
Nach der Pause ließ Hoyer viel rotieren und probierte verschiedene Varianten aus, auch weil in der Defensive Line Otis Newell gesperrt fehlte und Tim Steimer wegen privater Verpflichtungen abwesend war. Dennoch behielten die Gäste die Oberhand in der Partie, es folgten weitere Touchdowns durch Jens Zimmermann und Daniel Bäßler sowie ein Defensiv-Touchdown durch Marc Schiele und ein Fieldgoal von Jan Bartosch. Schließlich schickte Hoyer auch Nachwuchs-Quarterback Niklas Klute (19) aufs Feld, damit der Neuzugang der Stuttgart Scorpions Erfahrung sammeln konnte.
Die Alligators trafen gegen die Warriors zweimal per Fieldgoal. Foto: Andreas Gorr
Nach zwei leichten Erfolgen über die Heidelberg Hunters und die Warriors kommt auf die Alligators bei der Heim-Premiere am Samstag (16 Uhr) der erste echte dicke Brocken zu: die Karlsruhe Engineers (vier Siege). „Die sind eine andere Hausnummer“, sagte Hoyer, „da werden wir gefordert.“
Jubeln konnten auch die Alligators II, die sich die Meisterschaft in der Kreisoberliga gesichert haben – damit ist das Team sportlich für die Bezirksliga qualifiziert. Allerdings ist nicht sicher, ob die Mannschaft das Aufstiegsrecht in die sechste Liga wahrnimmt. „Wir müssen erst einige strukturelle Fragen klären“, bemerkt der Alligators-Headcoach. Dabei geht es um die Größe des Kaders, um eine Liga höher wettbewerbsfähig zu sein, aber auch um Kapazitäten bei Trainingszeiten sowie der Saisonplanung für beide Teams. „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, wo die Alligators II nächste Saison antreten werden“, betont Hoyer.