Football Regionalliga Die Leonberg Alligators sind wieder extrem hungrig

Mit Vollgas im Vorwärtsgang: Die Leonberg Alligators starten in ihre zweite Saison in der dritten Liga. Foto: Andreas Gorr
Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Die Leonberg Alligators müssen aufpassen, die Heidelberg Hunters gehen auf Reptilienjagd – an diesem Samstag (15 Uhr) startet das Football-Team des SV Leonberg/Eltingen in die Regionalliga und ist zu Gast bei dem Team der Jäger vom Neckar. „Wir werden sehen, wohin unsere Reise hingeht“, sagt Headcoach Fabian Hoyer, „die Hunters sind ein erster Prüfstein.“

 

Mit dem Kick-off im Fritz-Grunebaum-Sportpark beginnt für die Leonberger die Saison in der dritten Liga. Das Team aus Heidelberg hat dagegen bereits eine Partie in den Knochen, die Hunters schlugen vor zwei Wochen die Holzgerlingen Twister mit 17:13. „Wir sind gut vorbereitet“, betont Hoyer, „wir sind zuversichtlich.“

In der vergangenen Saison gingen die Alligators als Aufsteiger auf einen ausgedehnten Beutezug, sich bissen sich bis auf Platz zwei durch und feierten ziemlich überraschend mit lediglich zwei Niederlagen die Vizemeisterschaft hinter den Biberach Beavers. In diesem Jahr sind die Leonberger wieder ziemlich hungrig. „Wir peilen den Meistertitel an“, sagt Headcoach Hoyer ohne das hehre Ziel besonders zu betonen, „wir sind Sportler und wollen uns stetig verbessern.“ Da braucht keiner einen Rechenschieber – besser als Platz zwei ist eben nur noch Rang eins.

Headcoach Fabian Hoyer: Der Titel ist das Ziel Foto: Andreas Gorr

Der Optimismus des Cheftrainers mag jedoch ein wenig verwundern, schließlich hat sich im Kader der Alligators einiges verändert. Der Vizemeister musste zwar nur wenige Abgänge verkraften, Hoyer freut sich vor allem darüber, dass keine wichtigen Akteure zu Stuttgart Surge in die European League of Football (ELF) abhanden gekommen sind – doch Neuzugänge in eine Mannschaft zu integrieren ist in der komplexen Sportart Football dann doch etwas diffiziler als ein Häuschen mit vier Skatkarten zu bauen. „Fluktuation gehört dazu, das ist ganz normal“, beschreibt Hoyer die Aufgabe, die er mit seinem Trainerteam erfüllen muss.

Marcel Grandi aus der Defensive Line ist in Sportrente gegangen, Receiver Yannick Blötscher ist fortgezogen, Receiver Tim Haas liegt mit einem Kreuzbandriss flach, womit die schmerzhaftesten Verluste genannt sind. Neu im Alligators-Trikot stecken die Ballfänger Frederic Latour und Domonkos Veress (beide von Liga-Konkurrent Fellbach Warriors) sowie Jens Zimmermann, der vom letztjährigen Regionalliga-Absteiger Stuttgart Scorpions gekommen ist. Von den Scorpions Juniors haben sich Jonas Danner (Offensive Line) und Niklas Klute (Quarterback) den Alligators angeschlossen. „Die Talente sind auf uns zugekommen“, betont Hoyer, „weil sie bei uns bessere Perspektiven sahen als in Stuttgart.“

Alligators-Quarterback Theophil Hammann (Mi.) in Aktion. Foto: Andreas Gorr

Die Leonberger haben damit dem deutschen Vizemeister von 2007 aus Stuttgart-Degerloch in der nächsten Umgebung den Rang abgelaufen – zumindest zunächst. Denn auch Dennis Oppermann, der einst als Headcoach die Scorpions in der GFL 2 führte, zählt nun zum sogenannten Coaching Staff, also dem Trainerteam. Der 36-Jährige firmiert als Defensive Coordinator, nachdem er zuvor den Alligators nur als wohl gesonnener Berater zur Seite gestanden hatte. „Ich sehe darin eine klare Qualitätssteigerung für unsere Mannschaft“, findet Fabian Hoyer. Womöglich eine, die zur Meisterschaft reichen könnte?

Da will sich der Cheftrainer nicht festlegen, aber Oppermann wird helfen, die Alligators etwas umzubauen – es sind Personalrochaden angesagt. Zum einen, weil Oppermann ein neues Defensiv-System etablieren will, zum anderen, weil manche Spieler aus verschiednen Gründen bei einigen Partien nicht auflaufen können. Hoyer betont, dass solche Umschulungen „immer wieder vorkommen“, doch er ist überzeugt davon, dass „wir mindestens die Kader-Qualität besitzen wie in der vergangene Runde“.

Ex-Sprinter wird zum Receiver

Neu dabei im Roster ist auch David Günther. Der ehemalige Leichtathlet ist ein Beispiel, dass ein Fremder auch im fortgeschrittenen Alter im Football Fuß fassen kann. Der Ex-Sprinter der LG Gäu Athletics (Jahrgang 1998) empfahl sich über die Alligators II, die in der Kreisoberliga passen und tackeln. „Er ist bombastisch schnell und hat einen guten Zug zum Ball“, sagt Headcoach Hoyer, der Günther als Receiver einsetzt.

Die Gegner dürften die Leonberg Alligators auf der Rechnung haben im Kampf um den Regionalliga-Titel, die härtesten Konkurrenten dürften die Reutlingen Eagles und die Karlsruhe Engineers sein. Ein Muss ist der Aufstieg in die GFL 2 keinesfalls, vielmehr eine reizvolle Herausforderung.

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