Football Regionalliga Leonberg Alligators kämpfen Twister im Derby nieder
Der Football-Regionalligist aus Leonberg kämpft die Holzgerlingen Twister nieder und siegt mit 36:13. Dabei bewähren sich auch die Kräfte aus der zweiten Garde.
Der Football-Regionalligist aus Leonberg kämpft die Holzgerlingen Twister nieder und siegt mit 36:13. Dabei bewähren sich auch die Kräfte aus der zweiten Garde.
Jan Bartosch hat eine neue Art der Fortbewegung erfunden: den Krückensprint. Der verletzte Kapitän der Leonberg Alligators legte die gut 50 Meter vom Spielfeldrand zum gemeinsamen Gruppenfoto derart zügig zurück, dass Orthopäden die Augen gerollt hätten. Das Wichtigste: Bartosch kam ohne Sturz an und strahlte mit den Alligators, den Cheerleadern und dem gesamten Anhang breit in die Handykameras.
Eine gute Viertelstunde zuvor hatte der Football-Regionalligist im Drittliga-Derby die Holzgerlingen Twister im Lewa-Sportpark vor knapp 400 Zuschauern letztlich souverän mit 36:13 (7:7, 10:6, 7:0, 12:0) geschlagen. „Wir haben ein bisschen schwer reingefunden ins Match“, sagte Alligators-Headcoach Fabian Hoyer, „aber wir waren stark und cool genug, das zu wuppen.“
Für Jan Bartosch war es eine Partie der besonderen Art. Für den etatmäßigen Kapitän war es das erste Heimspiel nach seinem Sprunggelenksbruch, der 27-Jährige saß auf der Tribüne hinterm Mikrofon und kommentierte das Geschehen auf dem Kunstrasen für die Fans. „Es hat ganz schön gekitzelt, ich hätte natürlich sehr gerne mitgespielt“, gab er zu, „aber nun bringe ich mich eben so ein.“
Jan Bartosch ist nicht der einzige Stammspieler, der nicht mehr wegen einer schweren Verletzung ins Spielgeschehen eingreifen kann – die Alligators müssen auch auf Jonathan Bal (Cornerback), Jens Zimmermann (Receiver) und Daniel Bäßler (Runningback) verzichten. Headcoach Hoyer muss verstärkt den Leuten der zweiten Garde sein Vertrauen schenken. „Diese Jungs nutzen ihre Chancen, sie integrieren sich gut“, lobte der Chefcoach, „aber man hat gemerkt, dass uns ein paar wichtige Jungs fehlen.“
Einer, der sich schnell in die neue Rolle gefunden hat, ist Marvin Burde, der Ersatzmann für Bartosch als Kicker. Nach einer langen Verletzung kehrte er zurück und überzeugte mit drei Fieldgoals (eines aus 33 Yards) sowie drei verwandelten Extrapunkten – den vierten hätte Burde wohl auch verwandelt, doch der Snap war ungenau, der Ball lag nicht richtig beim Schuss. „Es freut mich, dass das so gut klappt bei Marvin“, sagte Fabian Hoyer, „er ist schon lange Kicker, wurde aber nicht als solcher eingesetzt. Nun ist er der letzte gesunde.“
Gegen die Twister benötigten die umformierten Alligators eine gewisse Zeit, um sich zu finden und den Gegner zu entschlüsseln. Nach dem frühen 0:7-Rückstand erzielten die Alligators erst in ihrem dritte Drive einen neuen ersten Versuch – dabei arbeiteten sie sich bis in die Endzone der Holzgerlinger vor, Runningback Lars Theurer gelang der Touchdown. Einem Fieldgoal von Burde folgte Touchdown Nummer zwei von Theurer zum 17:7. Doch einmal noch schlugen die Twister zurück, mit 17:13 für die Leonberger ging es in die Pause.
Danach übernahmen die Alligators das Kommando, die Verteidigung kam besser mit dem Spiel des dritten Quarterbacks der Twister (Nummer eins und zwei sind verletzt) zurecht, im Angriff entwischten die Alligators häufiger der Holzgerlinger Defense, weil sie konzentrierter und zielstrebiger agierten – zudem machte sich der Kräfteverschleiß bei den Gästen, die acht Mann weniger im Kader hatten, allmählich bemerkbar. Receiver Anas Zeddoug und Maik Ertel (Aufsteiger von den Alligators II) per Lauf steuerten zwei Touchdowns bei, Burde zwei Fieldgoals.
„Wir haben uns keine gravierenden Fehler geleistet“, freute sich Headcoach Hoyer, „wir gehen zuversichtlich ins nächste Heimspiel am Sonntag gegen die Reutlingen Eagles.“ Als Kommentator wird wohl wieder Jan Bartosch durch die Partie führen – wohl oder übel: Spielen wäre dem Mann viel lieber.