Football Regionalliga Touchdown: Sechs Punkte für die Alligators
Die Regionalliga-Footballer aus Leonberg habe eine gute Saison gespielt – Headcoach Fabian Hoyer nennt erfreuliche Entwicklungen wie auch Nachholbedarf.
Die Regionalliga-Footballer aus Leonberg habe eine gute Saison gespielt – Headcoach Fabian Hoyer nennt erfreuliche Entwicklungen wie auch Nachholbedarf.
Der letzte Kick-off für die Leonberg Alligators in der Regionalliga-Saison ist gemacht – Zeit für Fabian Hoyer die Runde Revue passieren zu lassen und das Geschehen auf und abseits des Spielfeldes zu analysieren. „Nach der Niederlagen gegen die Reutlingen Eagles fehlte bei uns die Anspannung“, sagt der Headcoach, „da hätte sicher mehr gehen können – aber aus sportlicher Sicht bin ich nicht unzufrieden.“
Dazu besteht beileibe kein Grund. Als Dritter schließen die Alligators die Runde ab, lediglich gegen die Topteams Karlsruhe Engineers (Meister) und die Eagles Reutlingen (Vizemeister) gab es Niederlagen. „Wir müssen aus dieser Saison die richtigen Schlüsse ziehen“, sagt Fabian Hoyer. Sechs Punkte werden den Cheftrainer der Leonberger dabei sicherlich auch beschäftigen.
1 Die größte Überraschung Vor der Saison hatte Hoyer Johannes Möhring bestenfalls als Ergänzungsspieler auf dem Zettel – der Receiver stand im Kader der zweiten Mannschaft und spielte erst seine zweite Saison bei den Alligators. „Ich traute ihm die Regionalliga noch nicht zu“, bemerkt Hoyer. Aufgrund der Verletztenmisere war er aber gezwungen, den Jungs aus der zweiten Reihe mehr Einsatzzeiten zu geben – und Johannes Möhring ergriff seine Chance so fest wie ein Alligator seine Beute festhält. Mehrere Touchdown stehen nun in seiner Statistik, die Nummer 85 hat sich zu einem wichtigen Mosaikstein im Gameplan entwickelt. „Ich schätze zudem an ihm“, verrät Hoyer, „dass er nicht murrt, wenn er mal weniger auf dem Spielfeld steht, als er sich das erhofft hat.“
2 Die bitterste Pille Fabian Hoyer war nicht der Einzige, der nach dem letzten Heimspiel trauerte – zahlreiche Akteure, die zum Teil zu den Gründungsspielern der Alligators zählten, standen zum letzten Mal auf dem Kunstrasen des Lewa-Sportparks. „Diese Abschiede tun nicht nur aus sportlicher Sicht weh“, findet der Cheftrainer, „es geht auch ins Persönliche. Es handelt sich um gute Freunde, die man nun seltener sieht.“ Quarterback Theophil Hammann, Runningback Tobias Egeler sowie Nico Lang, Thomas Profitt und Kara Al-Kutbi (alle aus der Offense Line) haben goodbye gesagt. Welchen sportlichen Verlust die Abschiede darstellen, wird sich erst in der neuen Saison zeigen.
3 Der überzeugendste Alligator Er ist der Mann, der die Lücken in der Verteidigung sucht – und der zur Not auch mit dem Kopf durch eine (Spieler-)Wand geht. Lars Theurer hat mit seinen kraftvollen Läufen die Verantwortlichen und die Fans der Leonberger Footballer begeistert. Dabei wurde der xx-Jährige erst vor zwei Spielzeiten vom Linebacker zum Runninback umgepolt. „Lars hat diese Chance optimal genutzt“, sagt Hoyer, „er hat diese Verantwortung übernommen und ist zu einem Führungsspieler gereift.“
4 Der härteste Tiefschlag Die Verletztenliste der Alligators war bald länger als die Liste des Großeinkauf einer fünfköpfigen Familie. „Diese Saison war die, in der wir mit Abstand die meisten Ausfälle beklagen mussten“, erklärt Hoyer. Führungsspieler wie Daniel Bäßler und Jan Bartosch sind die namhaftesten, was zur Folge hatte, dass die Alligators das Team regelmäßig neu arrangieren mussten – der Substanzverlust war irgendwann nicht mehr zu kompensieren. Die Ursache der Malaise kann Hoyer nicht exakt einordnen, denn die Alligators hatten erstmals sogar einen Athletiktrainer engagiert. „Womöglich waren manche zu selten im Studio und nicht optimal vorbereitet“, vermutet er, „aber es gibt keine umfassende Erklärung dafür.“ Fakt jedenfalls war: Jede neue Verletzung hat den Footballern in der internen Stimmung einen Tiefschlag versetzt.
5 Die weitreichendste Baustelle Man sollte es kaum glauben, aber der Headcoach findet: Den Alligators fehlt mitunter der entscheidende Biss. Weniger physisch, eher psychisch. „Das Team konnte schlecht mit Druck umgehen“, sagt Hoyer und beschreibt seine Beobachtung: „Wenn man gegen die Topteams eine möglichst fehlerlose Leistung abrufen muss, spielten zu oft die Nerven mit. Gegen die schwächeren Gegner, wenn es nicht um 100 Prozent ging, spielte die Mannschaft befreiter auf.“ Aber Hoyer bezieht sich selbst in die Kritik mit ein: „Auch wir im Trainerteam haben da noch Potenzial nach oben.“
6 Der nächste Schritt Bei den Alligators II muss ein neues Trainerteam kommen, Headcoach, Offense und Defense Coordinator hören auf. „Wir müssen das im gemeinsamen Training unter einen Hut kriegen“, verdeutlicht Hoyer, „es ist schwierig für das Entwicklungsteam einen Coach zu finden, weil der sich ja den Interessen der Alligators I unterordnen muss.“ Kommt Zeit, kommt Rat. August und September ruht der Football, danach beginnt für die Leonberg Alligators die Vorbereitung für die Saison 2026.