Forderung aus Stuttgart-Degerloch Stadt soll Epplestraße sicherer machen

Von Tilman Baur 

Wie können Fußgänger im Degerlocher Zentrum besser geschützt werden? Diese Frage beschäftigt die Lokalpolitik. Die Verwaltung ist aufgerufen, Lösungen für die Epplestraße zu finden.

Die erste Ampel schaltet  auf Gelb, die hintere ist noch etwas länger Grün. Foto: Baur
Die erste Ampel schaltet auf Gelb, die hintere ist noch etwas länger Grün. Foto: Baur

Degerloch - Bereits im Februar hatten die Freien Wähler im Bezirksbeirat auf die Gefahr aufmerksam gemacht, die am Ende der Epplestraße lauert. Durch zwei hintereinander platzierte Ampeln, die zu unterschiedlichen Zeiten von Rot auf Grün umschalten, kommt es dort regelmäßig zu brenzligen Situationen. Das Problem: Während die vordere, gegenüber der Stadtbahnhaltestelle Degerloch installierte Ampel bereits auf Rot schaltet, bleibt die hintere direkt an der Löffelstraße noch eine Weile auf Grün. Viele Autofahrer konzentrieren sich deshalb auf das Grün der hinteren Ampel, überfahren die erste bei Gelb oder Rot und gefährden auf diese Weise querende Fußgänger. Immer wieder werden Passanten sogar touchiert oder leicht verletzt, wie Mitarbeiter der nahe gelegenen Waldau-Apotheke bestätigen. Der Grund dafür, dass es an der Stelle zwei Ampeln gibt, liegt laut Verwaltung an der Komplexität des Verkehrs. Denn zum einen müssen Fußgänger die Jahnstraße queren. Zum anderen muss ein geordneter Übergang von der Epplestraße in die viel befahrene Löffelstraße erfolgen. Drittens muss die Zahnradbahn berücksichtigt werden, die die Epplestraße kreuzt. Eine Ampel allein würde da nicht ausreichen, so die Verwaltung.

Autofahrer sind geneigt, dort durchzuheizen

„Ich beobachte sehr sorgfältig, was dort passiert“, sagte Eberhard Klink (Freie Wähler) zu dem Antrag, den seine Fraktion nun eingebracht hat. Die Situation sei unverändert. Bei den meisten beobachteten Situationen stelle er fest, dass Autos über Rot fahren würden. Ursprünglich hatten die Freien Wähler beabsichtigt, die Verwaltung zu veranlassen, die Installation eines Ampelblitzers zu prüfen. Die Kollegen im Bezirksbeirat hielten das jedoch für keine gute Idee, plädierten stattdessen für eine offene Prüfung.

„Die Stadt soll prüfen, was dort grundsätzlich gemacht werden kann. Einen konkreten Vorschlag wollen wir nicht“, sagte Michael Huppenbauer (Grüne). So sahen es auch viele andere Räte, die das Ansinnen Klinks aber grundsätzlich guthießen. „Die Ampelphase ist kurz, die Fahrer sind geneigt, dort durchzuheizen. Das ist ein sinnvoller Antrag“, sagte Ulrich-Michael Weiß (SPD), und Thilo Roßberg (FDP) bezeichnete die Prüfung der Situation als „schlüssig und notwendig“.

Wäre ein Ampelblitzer die Lösung?

Sollte die Verwaltung Handlungsbedarf erkennen, wäre die Installation eines Ampelblitzers, der Rotverstöße feststellt, jedoch naheliegend und womöglich effektiv. Denn bei Rotverstößen drohen empfindliche Strafen. Wer über Rot fährt und Menschen gefährdet, zahlt 200 Euro und verliert für einen Monat seinen Führerschein. Auf einen Rotverstoß ohne Gefährdung stehen immer noch 90 Euro Strafe. Ein gewöhnlicher Blitzer für Tempoverstöße scheint hingegen ausgeschlossen. Denn schon im Februar sagte die Stadt, dass es an der Stelle keinerlei Hinweise auf Tempoverstöße gebe und keine Beschwerden eingegangen seien. Deshalb gebe es dort auch keine Messergebnisse, so die Sprecherin damals. Viele Anwohner sehen das allerdings ganz anders. Mehr als 70 Stundenkilometer sollen die Autos an der Stelle bisweilen auf dem Tacho haben, sagte ein Betroffener im Februar.

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