Formel 1 Doppelspitze für Mercedes

Der damalige Motorsportchef von Mercedes AMG, Norbert Haug (l), spricht mit dem früheren Formel-1-Rennfahrer Toto Wolff aus Österreich am 04.11.2012 vor dem Grand-Prix-Start in Abu Dhabi Foto: dpa
Der damalige Motorsportchef von Mercedes AMG, Norbert Haug (l), spricht mit dem früheren Formel-1-Rennfahrer Toto Wolff aus Österreich am 04.11.2012 vor dem Grand-Prix-Start in Abu Dhabi Foto: dpa

Bei Mercedes ist der österreichische Charme eingekehrt. Bei seiner ersten Telefonkonferenz mit Medienvertretern präsentierte sich Toto Wolff in guter Verfassung. Und erklärte, dass er seine Anteile am Rennstall Williams behalten möchte.

Sport: Dominik Ignée (doi)
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Stuttgart - Im Hause Mercedes ist der österreichische Charme eingekehrt. Bei seiner ersten Telefonkonferenz mit Medienvertretern präsentierte sich am Dienstag Toto Wolff, der Nachfolger des ehemaligen Motorsportchefs Norbert Haug, in guter Verfassung. Zum Auftakt gab er auch eine Kostprobe seines Humors ab. „Ich würde mit einem Schraubenschlüssel nur Schaden anrichten“, sagte der 41 Jahre alte Österreicher und begründete mit dieser ehrlichen Auskunft die künftige Machtstruktur innerhalb des Formel-1-Teams.

Als Aufsichtsratschef des Rennstalls Mercedes GP wacht Niki Lauda über den Dingen. Das Team selbst wird von einer Doppelspitze geführt, die aus Toto Wolff und Ross Brawn besteht. Wolff ist zu­ständig für den kaufmännischen Bereich, Brawn für den technischen und damit für die Abteilung Schraubenschlüssel. Anders als Haug wird Wolff überwiegend im britischen Werk in Brackley sein und nur hin und wieder in Fellbach, wo Haug saß. Auch werde er anders als sein Vorgänger nicht bei allen Rennen der DTM anwesend sein, doch aber bei sämtlichen Formel-1-Grand-Prix. In der DTM vertritt ihn Wolfgang Schattling, der Kommunikationschef der Abteilung Motorsport. Wolff will sich zu 80 Prozent um die Formel 1 kümmern.

Die Williams-Anteile will Wolff behalten

Noch befindet sich der neue Teamchef in der Einlernphase. „Ich will jetzt sauber analysieren, warum es im letzten Jahr nicht so gelaufen ist.“ Erst möchte er die Teamstrukturen verstehen und dann Entscheidungen treffen. Für diesen Sondierungsprozess erbittet er sich ein wenig Zeit. „Allen ist bewusst, dass wir etwas tun müssen, aber wir müssen jetzt auch ruhig bleiben. Die Verantwortlichen wissen, dass ich mir so schnell wie möglich ein Bild mache“, sagt Wolff, der nicht nur Teamchef ist, sondern auch Anteilseigner von Mercedes GP.

Anteile besitzt Toto Wolff auch noch am Rennstall Williams. Die möchte er behalten. „Ich sehe das nicht als Interessenkonflikt“, sagt der Österreicher. Was die Mercedes-Ziele betreffe, will er erst nach den ­ersten Testfahrten etwas sagen. Der Erwartungsdruck ist nach drei verkorksten Jahren enorm hoch. Wie er mit Druck und Stress umgehen will? „Baldriantropfen in rauen Mengen“, sagt Toto Wolff.

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