Formel-1-Star unterschreibt bis Dezember 2021 Kurzzeit-Ehe von Lewis Hamilton und Mercedes

Lewis Hamilton bleibt bis Dezember 2021 Mercedes-Fahrer – eine Zusammenarbeit darüber hinaus ist nicht ausgeschlossen. Foto: imago/Nordphoto 21 Bilder
Lewis Hamilton bleibt bis Dezember 2021 Mercedes-Fahrer – eine Zusammenarbeit darüber hinaus ist nicht ausgeschlossen. Foto: imago/Nordphoto

Formel-1-Star Lewis Hamilton bleibt Mercedes treu und verlängert seinen im Dezember ausgelaufenen Vertrag – bis Jahresende 2021. In der Bildergalerie finden Sie alle Formel-1-Piloten der nächsten Saison.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)
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Stuttgart - Rembrandt van Rijn schuf 1642 ein Meisterwerk, gut zwei Jahre soll der niederländische Künstler an seinem monströsen Opus „Die Nachtwache“ im Format 363 auf 437 Zentimeter gemalt haben, ehe es vollbracht war. Der neue Vertrag zwischen Formel-1-Rekordweltmeister Lewis Hamilton und Rennstall Mercedes mag im Motorsport kaum dieselbe Dimension einnehmen wie Rembrandts Werk in der Geschichte der bildenden Künste, dabei war die Dauer der Vertragsgespräche in den zeitlichen Maßstäben der heutigen Schnelllebigkeit ähnlich ausgedehnt. Nach Verhandlungen, die sich über mehrere Monate hingezogen haben, sowie einer mehr als einmonatigen vertragslosen Situation haben der Rennfahrer und die Motorsportabteilung des Daimler-Konzerns am Montag bekannt gegeben, dass sie ihre Zusammenarbeit bis Ende dieses Jahres fortsetzen.

Damit ist die letze Personalie in der Formel 1 geklärt, das letzte noch freie Cockpit erwartungsgemäß an den Mann gebracht. „Wir waren uns immer mit Lewis darüber einig, dass wir gemeinsam weitermachen. Doch das äußerst ungewöhnliche Jahr 2020 hat dazu geführt, dass es eine Weile gedauert hat, den Prozess zu Ende zu führen“, sagte Teamchef Toto Wolff, der seit Wochen betont hatte, dass lediglich Marginalien zu klären seien. Manchmal sorgen Kleinigkeiten für den größten Aufwand. „Wir haben uns entschieden, unsere Beziehung um ein Jahr zu verlängern und zudem ein längerfristiges Projekt zu starten, um den nächsten Schritt in unserem gemeinsamen Engagement für mehr Vielfalt und Inklusion in unserem Sport zu gehen“, erklärte der 36-Jährige.

Geschätztes Gehalt: 45 Millionen Euro

Bei dem Projekt handelt es sich um eine gemeinsame gemeinnützige Stiftung, die zum Ziel hat, mehr Inklusion und Vielfalt in all ihren Formen im Motorsport zu unterstützen. Es wird Hamiltons neuntes Jahr bei Mercedes, zur Saison 2013 war er von McLaren gekommen und hatte Rekordweltmeister Michael Schumacher abgelöst. Der Brite gewann seitdem sechs Fahrertitel im Silberpfeil und zog mit seinem Triumph 2020 mit den sieben Titeln von Schumacher gleich. 2008 hatte Hamilton mit McLaren die WM gewonnen. „Gemeinsam haben wir mit unserem Team Unglaubliches erreicht und freuen uns darauf, auf unseren Erfolgen weiter aufzubauen und uns auf und abseits der Rennstrecke stetig weiter zu verbessern“, sagte Hamilton, der für den Einjahresvertrag schätzungsweise 45 Millionen Euro kassieren soll.

Die kurze Vertragsdauer überrascht bei der Langfristigkeit der Stiftung – bisher hatte der Rennfahrer immer längerfristig unterschrieben. Ob es Optionen in dem neuen Vertragswerk gibt, ließen beide Seiten bei der Bekanntgabe offen. Womöglich wollte sich Hamilton nicht über 2021 hinaus an Mercedes binden, da für die Saison 2022 massive Reformen in der Formel 1 anstehen, die zu tiefgreifenden Veränderung in der Hierarchie der Teams führen könnten. Damit würde sich der Star der Szene sämtliche Wege zu anderen Topteams offenhalten.

Im Sommer soll für 2022 verhandelt werden

Andererseits ist ein Abschied des 36-Jährigen aus dem Daimler-Orbit schwer vorstellbar. Der einstige McLaren-Junior ist zum Gesicht von Mercedes sowie Botschafter der Marke geworden. Er erhält im Rennstall sämtliche Freiheiten, die er fordert, um seine Leistungen abzurufen, zudem kann er seinen Kampf gegen Rassismus und für Gleichberechtigung und Diversität als Vorreiter in der Formel 1 bestreiten. „Ich bin ebenso entschlossen, den Weg fortzusetzen, den wir begonnen haben, um den Motorsport für künftige Generationen vielfältiger zu gestalten“, sagte Hamilton. Toto Wolff jedenfalls kündigte an, bereits im Sommer über die Fahrerpaarung für 2022 entscheiden zu wollen. Er ahnt: Es könnte sich hinziehen.

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