Forschung an der Uni Hohenheim Strumpfhosen aus Chicorée-Wurzeln

Von eve 

Hohenheimer Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich aus den Wurzelrüben von Chicorée eine chemische Zutat für Feinstrumpfhosen oder Plastikflaschen gewinnen lässt.

Die Chicoréeknospen eignet sich zum Verzehr – die Wurzelrüben zur Strumpfhosenproduktion. Foto: dpa
Die Chicoréeknospen eignet sich zum Verzehr – die Wurzelrüben zur Strumpfhosenproduktion. Foto: dpa

Hohenheim - Am Geschmack von Chicorée scheiden sich die Gaumen – doch seine Nützlichkeit dürfte von nun an unstrittig sein: Wissenschaftler der Universität Hohenheim haben einen Weg gefunden, aus Chicorée-Wurzelrüben einen Ausgangsstoff für Nylon, Perlon, Polyester und Kunststoffflaschen zu gewinnen.

Wie die Hochschule mitteilt, lässt sich aus den Wurzelrüben Hydroxymethylfurfural (HMF) gewinnen. HMF ist nach Uni-Angaben eine von zwölf Basis-Chemikalien, die zukünftig in der Kunststoffindustrie verwendet werden. Um sie herzustellen, verwenden die Wissenschaftler ein Abfallprodukt: Die Wurzelrüben des Chicorées werden bislang nach der Ernte der essbaren Blattknospen entsorgt. Circa 800 000 Tonnen fallen jährlichen in Europa an.

Bessere Umweltbilanz für Plastikflaschen

„Die Chicorée-Wurzelrübe eignet sich nicht nur deshalb so gut zur Gewinnung von HMF, weil sie ein Abfallprodukt ist“, sagt Andrea Kruse, die Leiterin des Fachgebiets Konversionstechnologie und Systembewertung nachwachsender Rohstoffe. Der Vorteil von HMF gegenüber seinem Äquivalent aus Erdöl sei auch, dass Kunststoffflaschen, die dann keine PET-, sondern PEF-Flaschen sind, dünner gezogen werden könnten. Das spare Transportkosten und verbessere die Umweltbilanz noch weiter, heißt es in der Pressemitteilung.

HMF und andere Chemikalien für die Kunststoffproduktion werden derzeit noch aus Erdöl gewonnen.

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