Forschung und Wirtschaft auf den Fildern Ballt sich in Vaihingen künstliche Intelligenz?

Der künftige Allianz-Park an der Heßbrühlstraße soll einer von drei Vaihinger Standorten für den Innovationspark Künstliche Intelligenz werden. Foto: Allianz

Alle drei möglichen Stuttgarter Standorte in der Bewerbung für den Innovationspark Künstliche Intelligenz liegen in Vaihingen. Jetzt fehlt der Landeshauptstadt noch der Ritterschlag der Landesregierung, die im Frühsommer entscheiden wird, ob nicht doch Freiburg oder Heilbronn das Rennen machen.

Vaihingen - Die Landeshauptstadt Stuttgart im Verbund mit Böblingen, Tübingen, Reutlingen und Karlsruhe steht mit Heilbronn und Freiburg im Wettbewerb um den Standort für den Innovationspark Künstliche Intelligenz (KI). Wer das Rennen um die Zukunftstechnologie für sich entscheidet, wird im Frühsommer feststehen.

 

Alle Areale, welche die Landeshauptstadt vorschlägt, liegen laut gewöhnlich gut informierten Kreisen im Stadtbezirk Vaihingen, weil man davon ausgeht, dass er sich bei der geballten natürlichen Intelligenz, die dort in vielen Bereichen waltet, bestens eignet: auf dem Uni-Campus, im Max-Planck- und im Fraunhofer-Institut, im Höchstleistungsrechenzentrum HLRS, im KI Lab für erneuerbare Energien am Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung und in der Arena 2036. Bei der KI-Forschung soll es auch um die Bereiche autonomes Fahren, Digitalisierung der industriellen Produktion und digitales Bauen gehen.

Der Schwerpunkt liegt im Synergiepark, aber es gibt zwei Nebenflächen im Vaihinger Westen

Einem Raunen in den Rathausfluren zufolge sind in Vaihingen drei Areale im Gespräch. Hauptsächlich geht es um den Allianz-Park an der Heßbrühlstraße im Synergiepark, als Nebenflächen kommen das Gewerbegebiet Obere Waldplätze und der Eiermann-Campus in Betracht. Offenbar gibt es auch schon ansatzweise konkrete Überlegungen zu Partnern und zu den Themenbereichen der KI, die auf diesen Flächen angesiedelt werden könnten. Außerdem gilt das Gebiet als verkehrstechnisch gut erschlossen. Die Integration der Stuttgarter KI-Flächen erfolge im Sinne der Innenentwicklung, die 2019 vom Gemeinderat fortgeschrieben wurde, um die knappen Flächen optimal zu nutzen.

Für das Allianz-Areal im Synergiepark liegen die Karten seit einigen Wochen weitgehend auf dem Tisch: Nicht zuletzt durch die Arbeitsweise, zu der die Coronapandemie zwingt, hat der Versicherungskonzern für seine Mitarbeiter das Homeoffice ausgebaut und will dies weiter nutzen. Deshalb baut er in weit geringerem Maßstab als geplant und verkauft etwa 30 Prozent seines Grundstücks an die LBBW, die dort laut Insiderinformationen auf 1,5 Hektar Fläche Gebäude mit 56 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für ein Experience Center (KI XC) errichten will. Das Potenzial für KI-Arbeitskräfte allein an der Heßbrühlstraße wird auf rund 2000 Fachkräfte beziffert.

KI-Werkstatt an den Oberen Waldplätzen, digitales Bauen auf dem Eiermann-Campus

Auf dem vor der Autobahn gelegenen Gewerbegebiet Obere Waldplätze steht laut Insidern die Unternehmensgruppe Drees & Sommer als Partner zur Verfügung. Auf den Oberen Waldplätzen könnte eine KI-Werkstatt, ein Versuchslabor für Sensorik, untergebracht werden. Ebenso denkt man daran, dass es auch um Elemente des für die Industrie 4.0, also die Digitalisierung der industriellen Produktion, wichtigen Bereichs des Internets der Dinge (IoT) für kooperierende Firmen und Start-ups gehen soll.

Auf dem Eiermann-Campus mit dem Partner Consus Real Estate, so die Informationen, könne man an ein Gründungszentrum für digitales Bauen denken.

Sollte Stuttgart den Zuschlag für den Innovationspark erhalten, wird das Land Baden-Württemberg rund 50 Millionen Euro als Anschubfinanzierung beisteuern. Damit erhofft sich das Land Gesamtinnovationen im Wert von circa 1,5 Milliarden Euro und das Entstehen von mehr als 8000 Arbeitsplätzen. Auch Stuttgart leistet einen namhaften Beitrag für das Projekt in seinem wichtigen Forschungsstadtbezirk. Laut dem Gemeinderatsbeschluss vom 4. Februar 2021 steuert die Landeshauptstadt fünf Millionen Euro für den Aufbau des Innovationsparks bei.

In der Region Stuttgart, teilt das Land Baden-Württemberg mit, seien circa 17 Hektar zweckgebundene Flächen für KI geplant, davon 1,5 Hektar im Synergiepark und rund 15 Hektar im der Landeshauptstadt nahe gelegenen Böblinger Bereich Hulb-West.

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