Forum Ludwigsburg Mozarts Requiem von Schülern tänzerisch interpretiert

Von gab 

Bei „Bach bewegt! Tanz!“ arbeitet die ehemalige Solistin der Staatsoper Dresden Friederike Rademann bewusst mit Jugendlichen, die keinerlei tänzerische Vorbildung haben. Am 9. und 10. November tritt ihre diesjährige Compagnie im Forum am Schlosspark Ludwigsburg auf.

Friederike Rademann hat 2013 „Bach bewegt! Tanz!“ ins Leben gerufen.  Foto: Holger Schneider
Friederike Rademann hat 2013 „Bach bewegt! Tanz!“ ins Leben gerufen. Foto: Holger Schneider

„Tanz ist Körperbewegung; Ausdruck, ohne zu sprechen und ohne zu rufen.“ Was Friederike Rademann den Mädchen und Jungen in der großen Sporthalle in Stuttgart-Ost erklärt, ist eigentlich nichts Neues. Vielleicht haben manche der knapp 100 Teenager aber noch nicht wirklich darüber nachgedacht. Denn bei „Bach bewegt! Tanz!“ arbeitet die ehemalige Solistin an der Staatsoper Dresden ganz bewusst mit Jugendlichen, die in der Regel keinerlei tänzerische Vorbildung haben.

2013 hat sie „Bach bewegt! Tanz!“ ins Leben gerufen. Und die Ergebnisse berühren die Mitwirkenden ebenso wie das Publikum. Am 9. und 10. November stellt die diesjährige Compagnie vor, wie sich die musikalische Sprache von Wolfgang Amadeus Mozarts Requiem in körperliche Ausdrucksformen übersetzen lässt.

Klassen aus Stuttgart, Pforzheim, Nagold und Minden

Dazu braucht es nicht nur die Fähigkeit, die Jugendlichen abzuholen und ihnen Bewegungsabläufe zu vermitteln. Das Ganze ist zunächst einmal auch eine logistische Herausforderung. Dieses Jahr sind Klassen aus Stuttgart, Pforzheim, Nagold und sogar aus Minden mit dabei. Friederike Rademann arbeitet seit dem Frühjahr immer wieder mit den einzelnen Gruppen vor Ort. Erst wenige Wochen vor der Aufführung beginnt sie mit den Gesamtproben.

Damit dann alles klappt, müssen nicht nur die Choreografien funktionieren, sondern auch der Ablauf. Keine Kleinigkeit: Bis bei der ersten Gesamtprobe die eine Hälfte der Mitwirkenden in diagonalen Linien auf der mit Klebebändern definierten Bühnenfläche liegt und die andere hinter einem liegenden Partner steht, dauert es im ersten Anlauf ein Weilchen. Später, wenn sie dann alle im großen Theater auftreten, haben sie dafür nur wenige Sekunden Zeit.

Bei „Bach bewegt! Tanz“ musiziert die Gaechinger Cantorey

Wann kommt welche Klasse auf die Bühne? Wer kann welche Bewegungsfolgen am überzeugendsten ausführen? Friederike Rademann, ausgebildet an der Palucca-Schule in Dresden, weiß, wie sie den jungen Menschen die Bewegungsqualität vermittelt, die ihr vorschwebt. „Stellt euch vor, ihr seid im Maislabyrinth und wisst nicht mehr, wie ihr da herauskommen sollt“, beschreibt sie.

Und es funktioniert. Die Angst, das Gehetzte, das zu dieser Musikpassage passt, vermittelt sich, als die Jugendlichen loslaufen. Zu den Proben kommt die Musik noch vom Band. Aber bei der Aufführung in Ludwigsburg werden die Gaechinger Cantorey und Solisten live unter Leitung von Hans-Christoph Rademann musizieren.

Info: „Bach bewegt! Tanz!“; 9. und 10. November, 18 Uhr, Forum am Schlosspark Ludwigsburg, 07 11 / 2 555 555 oder online.