Forum Region Stuttgart Forum löst sich auf

Eine gelungene Veranstaltung in der Geschichte des Forums: Im Jahr 2009 erhält Harald Schmidt (Mitte), der in Nürtingen aufwuchs,  den Hans-Peter-Stihl-Preis, rechts der Namensgeber, links Edmund Hug, der damalige Vorsitzende des Forums Region Stuttgart, das sich nun auslöst. Foto: Forum
Eine gelungene Veranstaltung in der Geschichte des Forums: Im Jahr 2009 erhält Harald Schmidt (Mitte), der in Nürtingen aufwuchs, den Hans-Peter-Stihl-Preis, rechts der Namensgeber, links Edmund Hug, der damalige Vorsitzende des Forums Region Stuttgart, das sich nun auslöst. Foto: Forum

Der Standortinitiative Forum Region Stuttgart, die seitmehr als 20 Jahren den regionalen Gedanken fördert, fehlt es an Unterstützern, weshalb der Vorstand das Aus beschließt.

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Stuttgart - Gut 20 Jahre nach der Gründung ist das als überparteiliche Bürgerinitiative zur Förderung des regionalen Gedankens gegründete Forum Region Stuttgart am Ende. Der gemeinnützige Verein habe seine Ziele erreicht, hieß es am Montag in einer Presseerklärung, weshalb der Vorstand um seinen Vorsitzenden Wolfgang Elkart der Mitgliederversammlung die Auflösung vorschlage. Stattfinden soll das Treffen im Sommer diesen Jahres.

Der Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) bedauerte die Entscheidung. Er habe innerhalb des Vorstandes für den Fortbestand geworben. Allerdings zeigte Bopp auch Verständnis. Viele Themen, die das Forum angestoßen habe, würden mittlerweile vom Verband Region Stuttgart, der regionalen Wirtschaftsförderung, der Kultur- und Sportregion bearbeitet. Mit diesen Organisationen will Bopp beraten, wie die Netzwerkarbeit des Forums fortgesetzt und über den Tag hinaus wirkende regionale Themen vorangebracht werden können.

Der Unternehmer Hans Peter Stihl war Gründungsvater

Gegründet worden war das Forum 1994 vom damaligen CDU-Fraktionschef im Landtag, Günther Oettinger, und dem damaligen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK), Hans-Peter Stihl. Der Unternehmer Stihl war es auch, der das Forum immer mitgetragen und mit einem nach ihm benannten Förderpreis unterstützt hatte. Zuletzt war die Standardformation des 1. TC Ludwigsburg mit der Auszeichnung bedacht worden, wie zuvor unter anderem Eric Gauthier, Manfred Rommel und der VfB Stuttgart. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung wollte Stihl das Namensrecht aber entziehen – wohl ahnend, dass das Forum keine gute Zukunft haben würde.

Dabei hatte der ehrenamtliche Vorstand um Wolfgang Elkart, zuvor lange Jahr in leitender Funktion bei der Unternehmensberatung Ernst & Young, versucht, dem Forum nach langer Durststrecke neues Leben einzuhauchen. Für Aufmerksamkeit sorgte eine Studie unter dem provokanten Titel: „Zu gut, um in Zukunft bei den Besten zu sein?“ Aufgelistet wurden darin vermeintliche und tatsächliche Schwächen der Region – vom Fachkräftemangel bis hin zum überregional bescheidenen Image. Am Ende der 30 Seiten umfassenden Expertise wurde ein Perspektivenwechsel empfohlen: Aus dem selbstzufriedenen ,Wir sind gut unterwegs’ müsse ein ,Wir haben große Aufgaben vor uns’ werden. Am wichtigsten sei es jedoch, neue Dynamik zu erzeugen.

Lob für die Arbeit des Forums

Der Aufbruch wird nun ohne das überparteilich angelegte Forum selbst erfolgen müssen. Der Vorstand sehe nach zwei Jahrzehnten Einsatz für das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Zusammenwachsen im Großraum Stuttgart die wesentlichen Ziele seiner Organisation als erfüllt und ziehe positive Bilanz. Das Forum habe, so auch der Regionalpräsident Bopp, die Arbeit des Verbands Region Stuttgart und der anderen regionalen Einrichtungen „in hervorragender Weise unterstützt“.

Dem Verein, der auf Spenden angewiesen und lange Zeit von namhaften Unternehmen getragen worden war, hatte es am Ende derweil selbst an Unterstützung gemangelt. Zwar verfüge das Forum nach wie vor über finanzielle Mittel, so Richard Elmer von der Geschäftsstelle. Um – wie in der Vergangenheit – richtig etwas zu bewegen, hätten die Gelder aber gefehlt. Und eine „halblebige Geschichte“, so Elmer, habe man auf Dauer nicht machen wollen.




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