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Forum Theater Stuttgart unterstützt Baumpflanzprojekt Dank Theaterstück "Ein Waldspaziergang" entsteht grüne Lunge in Togo

Von gab 

Das Stück „Der Waldspaziergang“ hat im Forum Theater Spendengeld in Höhe von 3030 Euro erzielt. Damit konnte ein Baumpflanzprojekt in Togo unter dem Dach von Natureoffice unterstützt werden.

Udo Rau (links) und Stefan Müller-Doriat (rechts) spielten in „Der Waldspaziergang“ im Forum Theater Stuttgart. Durch Spenden, die im Nachgang an das Stück gesammelt wurden, entsteht nun ein echter Wald mit 3000 Bäumen in Togo. Foto: Sabine Haymann
Udo Rau (links) und Stefan Müller-Doriat (rechts) spielten in „Der Waldspaziergang“ im Forum Theater Stuttgart. Durch Spenden, die im Nachgang an das Stück gesammelt wurden, entsteht nun ein echter Wald mit 3000 Bäumen in Togo. Foto: Sabine Haymann

Eine kleine Ewigkeit scheint vergangen zu sein, seitdem sich Menschen in einem Theater eingefunden haben, um sich gemeinsam eine Inszenierung anzusehen. Aber so lange ist das tatsächlich noch nicht her. Das Stück „Der Waldspaziergang“ stand bis vor Kurzem auf dem Spielplan des Forum Theaters. Was schön ist: Nachdem der Applaus im Saal verklungen ist, gibt es nun, wenn man so möchte, einen Epilog, der es allemal verdient, erzählt zu werden: Dank der Spenden, die im Anschluss an die Vorstellungen den Weg in die Körbchen gefunden hatten, immerhin 3030 Euro, entsteht nun auf der Welt ein neuer, kleiner Wald, in dem es sich irgendwann sicherlich auch spazieren gehen lässt.

Aber von vorn: Inszeniert hat „Der Waldspaziergang“ der Regisseur Dieter Nelle. Während der Proben hatte er recherchiert und sich viele Gedanken zu diesem Thema gemacht. Zur Erinnerung: Es geht in dem Stück, das Lee Blessing nach einer realen Gegebenheit geschrieben hat, um zwei Unterhändler, die abseits der offiziellen Verhandlungstische bei einem Waldspaziergang tatsächlich die Grundlage dessen schaffen, was später zur Abrüstung zwischen den USA und der Sowjetunion führt.

„Wir sollten dafür sorgen, dass es in Zukunft den Wald noch gibt.“

„Der Waldspaziergang bezieht seine Utopie, dass etwas gegen den Weltuntergangswahnsinn zu tun sei, aus der Idee, dass man aus den endlosen Gipfelgesprächen aussteigen und sich zu unkonventionellen Gesprächen im Wald einfinden kann“, sagt Dieter Nelle. Konsequent weitergedacht ergibt sich für ihn daraus folgender Gedanke, den es umzusetzen gilt: „Sollten wir daran interessiert sein, weiter im Wald spazieren gehen zu können, um Friedensgespräche zu führen, sollten wir dafür sorgen, dass es in Zukunft den Wald noch gibt.“

Aber wie wird aus einer guten Idee eine noch besseren Tat? Wie so oft ist auch in diesem Fall das Gespräch ebenso wichtig wie nützlich. Ganz konkret war Dieter Nelle mit Christof Küster, dem künstlerischen Leiter des Studiotheaters, im Gespräch. Zu diesem Zeitpunkt, deutlich vor Beginn der Corona-Krise, plante das Studiotheater noch ein großes Klimafestival (das kommendes Jahr stattfinden soll) mit vielfältigen Beiträgen. Christof Küster hatte Nelle für ein Projekt innerhalb des Festivals angefragt. Auch aus diesem Grunde hatte Nelle sich während der Proben zum Waldspaziergang intensiv mit den Problemen des Klimawandels beschäftigt. Für das Baumpflanzprojekt in Togo unter dem Dach von Natureoffice entschied sich das Theater dann, weil es im Forum 3, dem das Theater angehört, persönliche Kontakte gab. „So gibt es eine größtmögliche Transparenz für die Verwendung der Spenden“, sagt Dieter Nelle.

Theaterstück „Ein Waldspaziergang“: 3000 Bäume in Togo

„Wir haben mit unserer Aktion vielleicht einen kleinen Wald von über 3000 Bäumen entstehen lassen“, berichtet er. „Die Vorstellung, dass wir in Zukunft als Ensemble nach Togo reisen könnten und dort zwischen 3030 Bäumen im Schatten umgehen, statt unter brennender Sonne; dass dort ein angenehmer schöner Ort entsteht, der den Menschen dort gut tut, ein Ort, an dem sich jemand an einen Baum setzen und von einer Zukunft träumen kann, oder der sich dort an einen Baum anlehnen und nachdenken kann, wie er mit sich und dem, was er liebt,auf eine gute Weise umgehen kann - das ist eine sehr angenehme Vorstellung.“

Es sei ihnen wirklich ein Anliegen gewesen, mit der Produktion des Theaterstücks so etwas zu schaffen. „Und wir sind sehr dankbar, dass unsere Zuschauer dem Impuls gefolgt sind.“ Eine ebenso ästhetische wie politische Idee: „Unsere Zuschauer schauen in einen abstrakten Wald hinein, in dem sich eine Geschichte der Freundschaft entfaltet“, erläutert Nelle. „Und die Spenden, welche die Zuschauer danach geben, lassen einen Wald entstehen, der ganz konkret, völlig real ein Ort der Begegnung, der Arbeit und der Freundschaft wird. Es wird aus unserer Arbeit, aus unserer Begegnung mit den Zuschauern etwas wachsen, das es auch in Zukunft geben wird. Was will man mehr.“

Darüber hinaus helfe jeder gepflanzte Baum auch dem Weltklima, fügt der engagierte Regisseur hinzu. Jeder Baum der gepflanzt werde, sei ein möglicher Baum für weitere Friedensgespräche, die den Menschen nützen könnten.

Bäume verändern das Klima

Auch ganz persönlich hat der Wald übrigens für Dieter Nelle eine Bedeutung: „Ich liebe Bäume sehr. Vor allem Buchen. Und natürlich hätte ich sehr gerne in Togo Buchen pflanzen lassen. Aber dort andere Bäume pflanzen zu lassen, war mir auch sehr sympathisch.“ Wie wichtig Bäume auch den Ort verändern, an dem sie wachsen, auch darauf weist der Theatermann hin. „Der sich ausbreitenden Trockenheit zu begegnen, ist ein schöner Gedanke. Wer Jean Gionos Buch „Der Mann, der Bäume pflanzte“ kennt, der weiß, wie sehr Bäume das gesamte Klima um sich herum verändern können. Plötzlich gibt es Wasser - und wo Wasser ist, wächst Leben. Viel Leben: Insekten, Vögel, Kleintiere, Schmetterlinge, Blumen, Büsche, Bienen, Dörfer, Menschen.“