Das Heizen mit Gas und Öl wird teurer. Entsprechende Anlagen sind auch im Südwesten noch weit verbreitet. Wie groß ist ihr Anteil in Stuttgart und der Region?
Das Heizen mit Gas oder Öl wird teurer: Zum Jahreswechsel ist der CO₂-Preis für die fossilen Brennstoffe – zu denen neben Öl und Gas auch noch Kohle zählt – von 55 auf bis zu 65 Euro pro Tonne. Das dürften Verbraucher auf ihrer Rechnung bemerken. Noch einmal deutlich teurer dürfte es mit dem neuen europäischen Emissionshandelssystems (ETS-2) werden, mit dem auch Verkehr und Gebäude unter den EU-Emissionshandel fallen. Der Start wurde aber erst einmal auf 2028 verschoben.
So oder so: Experten raten seit geraumer Zeit, sich gut zu überlegen, ob man nochmal auf Gas oder Öl setzt, wenn die Heizung getauscht werden muss. Zuletzt warnte etwa das Fraunhofer-Institut vor immer teurer werden Netzkosten, weil dessen Betrieb künftig von immer weniger Kunden bezahlt werden muss. „Die Preiserhöhung mag im ersten Moment überschaubar klingen, kann je nach Energieeffizienz aber schnell auf einen dreistelligen Betrag anwachsen. Wer jetzt nicht handelt, riskiert langfristig spürbar höhere Heiz- und Betriebskosten“, sagt Jannis Mischke, Experte für „Energieeffizientes Wohnen“.
70 Prozent heizen in Stuttgart noch mit Gas
Wie hoch der Anteil an Gas- und Ölheizungen in deutschen Städten ist, hat die Vermittlungsplattform Aroundhome unlängst ermittelt. Dabei wurden die 150 größten deutschen Städte untersucht. Demnach werden bundesweit durchschnittlich fast zwei Drittel der Gebäude nach wie vor mit Gas beheizt (63,7 Prozent). Stuttgart liegt noch einmal etwas darüber. Laut der Auswertung liegt der Anteil an Gasheizungen bei 70,6 Prozent (Platz 59). Auch wenn der Anteil damit nach wie vor hoch ist, ist die Gasheizung im Kessel insgesamt auf dem Rückzug. Vor 18 Jahren lag der Anteil noch rund zehn Prozentpunkte höher. Bei Neubauten kommen inzwischen vor allem Wärmepumpen zum Einsatz.
Andere große Städte in der Region schneiden etwas besser ab. In Ludwigsburg beträgt der Anteil an Gasheizungen rund 66 Prozent (Rang 75), in Göppingen ist er annähernd gleich groß (65 Prozent/Rang 77); in Esslingen sind es 59 Prozent (Rang 101). Am besten schneidet in der Region Sindelfingen ab, dort heizen weniger als die Hälfte der Haushalte mit Gas (46 Prozent).
Im Südwesten ist Mannheim die Großstadt, in der es unterdurchschnittlich viele Gasheizungen gibt (27 Prozent). Bundesweit sind laut der Auswertung in Wolfsburg (6,9 Prozent) und Flensburg (4,3 Prozent) am wenigsten der Thermen installiert.
Anteil an Ölheizungen in Stuttgart und der Region
Der Anteil an Ölheizung ist bedeutend geringer, bundesweit und auch in Stuttgart und der Region. Im Kessel wird nicht einmal mehr jedes zehnte Gebäude mit Öl geheizt, der Anteil liegt bei 9,1 Prozent. Damit liegt Stuttgart (Rang 81) leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt (10,3 Prozent).
Der Anteil an Ölheizungen in den größeren Städten in der Region ist höher. Göppingen (17,6 Prozent/Rang 17), Sindelfingen (16,5/20) und Esslingen (15,9/28) liegen nah beieinander; Ludwigsburg etwas dahinter (12,0/49).
Die Auswertung basiert auf Daten aus dem Klimadashboard. Der Verein sammelt Daten rund um das Thema Klimawandel und versucht diese möglichst gut zu veranschaulichen. Untersucht wurden die 150 größten deutschen Städte. Dabei zeigten Essen, Münster, Hamm, Hagen, Mülheim an der Ruhr keine validen, vergleichbaren Daten auf, weshalb die nächstgrößeren Städte – beispielsweise auch Göppingen – aufgenommen wurden.