Fotografie-Ausstellung Wenn Wasser zu Kunst wird

Von Michael Mordo 

Faszination Wasser: Wie außergewöhnlich Fotografie sein kann, beweist eindrucksvoll Michael Mordo. Er fotografiert Wassertropfen mit einem eigens dafür konstruierten Aufbau.

 Foto: Michael Mordo 5 Bilder
Foto: Michael Mordo

Das vielleicht rätselhafteste Element - in und um uns herum - ist das Wasser. Als Lebensstoff trotzt es beharrlich konventionellen wissenschaftlichen Methoden, die seiner Erforschung dienen sollen. Es strotzt geradezu vor Anomalien und überschreitet mühelos die Grenzen von Physik und Chemie, setzt sie, die ehernen Gesetze, anscheinend außer Kraft. Was erlaubt sich da zum Beispiel der Tautropfen, der entgegen dem Gesetz der Schwerkraft auf der Spitze des Grashalms balanciert - wie eine Balletteuse auf ihren Zehenspitzen?

Die unendliche Vielfalt namens Wasser

Wasser hat mich schon immer fasziniert. Ob fest, flüssig oder gasförmig - kein anderes Element formt (sich) so schön: Die imposanten kristallinen Gestaltungen der Eisberge, die spielerischen Strömungsbewegungen, Wirbelbildungen des Wassers, die unendliche Vielfalt sich ständig wandelnder Wolkenbildungen oder Nebelschwaden - dies alles sind die Gesichter ein und desselben Stoffs.

Als bildender Künstler (Maler, Bildhauer, Figurenbildner) stets auf der Suche nach Anregung griff ich vor etwa 12 Jahren zu einer Methode, die die Strukturierungen innerhalb von getrockneten Wassertropfen sichtbar macht. Sie stammt von Ruth Kübler. Mithilfe eines Durchlicht-Mikroskops samt Dunkelfeldeinrichtung und einem Kontrast schaffenden Verfahrens, sowie einer adaptierten Kamera, lassen sich aussagekräftige Bilder mit hohem ästhetischen Reiz darstellen.

Kunstvolle Bilder mit hoher Qualität

Die Resultate faszinierten und erschütterten mich zugleich. Wasser kann, durch sein Vermögen sensibel mit spezifischen Formungen auf alles zu reagieren, jeglichen äußeren Einfluss wiederspiegeln. Im Tropfenbild sehen wir kein eigentliches Wasser mehr. Lediglich die Trockenrückstände, angeordnet gemäß seiner - im Moment des Auftropfens und während des Trocknungsvorganges - innewohnenden Dynamik. Die Bilder erinnern teils an solche, die Hubble vom Weltraum aus an die Erde sandte, teils an Motive aus der Natur, manchmal auch an Figuratives.

Den gelungenen Bildern - nicht alle sind spannend - haben eine hohe grafisch-malerische Qualität, die man von hochrangiger Kunst kennt. Im Laufe der Jahre habe ich die Methode für meine Bedürfnisse modifiziert und verfeinert, mich auch zwangsläufig in das komplexe, schwierige Gebiet der Mikroskopie eingearbeitet, das Metalldrehen einigermaßen erlernt sowie auch Mikroskope und Vorrichtungen gebaut. Die Arbeit hat sich gelohnt. Ich fühle mich beschenkt - vom Wasser.

Übrigens arbeitet die Alternative Medizin sowie die moderne Wasserforschung schon vereinzelt mit der sogenannten Tropfen-Methode und kommt zu überraschenden Ergebnissen: Die Forschungen von Bernd Kröplin sind hier an erster Stelle zu nennen. Mein Schwerpunkt liegt mehr beim ästhetischen Wert der Bilder. Nichts hat bisher meine eigene künstlerische Arbeit nachhaltiger beeinflusst und ich sehe mittlerweile die Tropfen-Fotografie als eine gültige künstlerische Tätigkeit für sich.

Am 28. Januar 2018, 11 Uhr eröffnet Michael Mordo seine Ausstellung „Spur der Farbe. Spur des Lichts“ in der Michael Kirche, Christian- Grüninger- Str.11 in Göppingen.