Fotografie Der Wellenfänger

Von  

Von der französischen Atlantikküste bis nach Sri Lanka: Der Hamburger Fotograf Lars Jockumsen dokumentiert weltweit das Lebensgefühl der Surfer. Er steht selbst seit Kindertagen auf dem Brett und kennt die feinen Unterschiede zwischen Klischee und Wirklichkeit der Wellenreiter.

Aus der Vogelperspektive: Lars Jockumsen ist  an der Atlantikküste in Portugal auf eine Steilklippe geklettert, um die australische Profisurferin Sally Fitzgibbons zu fotografieren. Foto: Lars Jockumsen 9 Bilder
Aus der Vogelperspektive: Lars Jockumsen ist an der Atlantikküste in Portugal auf eine Steilklippe geklettert, um die australische Profisurferin Sally Fitzgibbons zu fotografieren. Foto: Lars Jockumsen

Hamburg - Warten auf die perfekte Welle: Was für Surfer die Essenz ihrer Leidenschaft ist, hat für den Fotografen Lars Jockumsen auch eine ästhetische Komponente. Der 32-Jährige hat sich auf die Surf-Fotografie spezialisiert und weiß, was es bedeutet, den ganzen Tag auf den einen, entscheidenden Augenblick zu warten. „Man muss wissen, wo die besten Wellen sind, und sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut machen.“ Es komme auf die Beschaffenheit des Meeresgrundes an, wie steil eine Welle werde. Er persönlich mag „die langsam ansteigende Welle“ an der französischen Atlantikküste am liebsten. Da der gebürtige Westerländer selbst seit Kinder­tagen auf dem Brett steht, ist ihm keine Steilklippe zu hoch, um ein gutes Bild zu machen (großes Foto oben). Oder er packt seine Canon in ein wasserdichtes Gehäuse und geht selbst ins Wasser, um die Surfer-Perspektive einzunehmen. „Oft stecke ich dann im Zwiespalt: Gehe ich selbst surfen oder fotografiere ich“, erzählt er.

Auf der ganzen Welt unterwegs

Die Fotos auf der Seite zeigen die australische Profi-Surferin Sally Fitzgibbons in Portugal. „Ich verfolge das Minimalistische und klar Strukturierte in der Fotografie“, sagt Lars Jockumsen, der auf der ganzen Welt mit dem Finger am Auslöser auf die perfekte Welle wartet – in Kanada mit Bären am Strand oder in Australien mit Haien in unmittelbarer Nähe. Die Surf-Fotografie ist für ihn eine Passion, seinen Lebensunterhalt verdient er mit Werbefotografie. Wobei immer mehr Firmen das Surfer-Klischee aufgreifen würden: „Frei sein, eins mit der Natur werden, das Leben genießen, in den Tag hinein leben – der Surfer-Lifestyle übt eine Faszination auf die Menschen aus.“