Fotografie Sechs Praxistipps für packende Kinderfotos

Von FotoTOTAL GmbH, INFOMAX21 GmbH 

Eine Portion Eigensinnigkeit machen Kinderfotografie zu einem spannenden Foto-Genre. Wir geben professionelle Tipps für charmante und herzerwärmende Aufnahmen für die Ewigkeit, die nicht nur die Eltern, sondern auch sicherlich den Fotografen erfreuen.

 Foto: Fotolia/unsplah 4 Bilder
Foto: Fotolia/unsplah

1. Locker und geduldig sein

Das Fotografieren von Kindern ist eine Herausforderung, keine Frage. Jedes Elternpaar wünscht sich natürliche und authentische Aufnahmen der Sprösslinge. Doch schnelle Bewegungen, eine kurze Konzentrationsspanne und auch eine Portion Eigensinnigkeit machen die Kinderfotografie zu einem spannenden Foto-Genre. Als Belohnung erhält man charmante, herzerwärmende Aufnahmen für die Ewigkeit, die nicht nur die Eltern, sondern auch sicherlich den Fotografen erfreuen.

Daher möchten wir Ihnen zu Beginn einen wichtigen Tipp vorab ans Herz legen: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und bringen Sie etwas Geduld mit.

2. Freundschaft schließen

Bevor Sie Ihre Kamera zücken und drauflosknipsen, sollten Sie mit Ihrem Fotomodell Freundschaft schließen. Wenn Sie Fotos von Kindern machen, die Sie nicht gut kennen, sollten Sie noch eine Stunde extra einplanen, um sich aneinander zu gewöhnen und die Scheu ablegen zu können. Während des Fotografierens sollten Sie sich zurücknehmen und beobachten - die interessantesten Fotos entstehen meist, wenn sich das Kind gänzlich unbeobachtet fühlt.

Sorgen Sie dafür, dass das Kind beschäftigt ist. Am besten mit etwas, was ihm Freude bereitet, wie das Spielen mit Seifenblasen, Schaukeln, Malen oder das Kuscheln mit dem geliebten Haustier.

3. Richtige Perspektive

Je nach gewählter Perspektive, können Sie die Bildaussage des Fotos ganz bewusst beeinflussen. Fotografieren Sie das Kind beispielsweise von oben herab, so kann es hilflos oder winzig erscheinen. Begeben Sie sich also unbedingt in Augenhöhe mit dem Kind, was wohl zwangsläufig dazu führen wird, dass Sie sich auf den Boden setzen oder auf Ihren Knien herumrutschen werden. Ziehen Sie sich als am besten bequeme Kleidung an.

Mit dieser Perspektive suggerieren Sie aber auch eine Gleichwertigkeit dem Kind gegenüber. Experimentieren Sie außerdem mit unterschiedlichen Bildausschnitten. Stellen Sie die Kamera auch mal ins Hochformat, um das Kind komplett ins Bild zu nehmen. Lassen Sie auch etwas Raum in Blickrichtung des Kindes. Mit diesem Trick können Sie den Eindruck der Verträumtheit verstärken.

Auch die Froschperspektive, von unten nach oben leicht angewinkelt, funktioniert bei der Kinderfotografie gut. Verschiedene Perspektiven und Formate machen ein Foto häufig erst zu etwas Besonderem.

4. Porträtieren

Das Gesicht, die Mimik und Gestik, spiegeln den Charakter eines Kindes deutlich wider. Nutzen Sie diesen Umstand und „studieren“ Sie es vor dem Fotografieren erst einmal bei einer Tasse Kaffee mit den Eltern. Welche Mimik verwendet es besonders gerne, schneidet das Kind oft Grimassen, lacht es viel oder ist es eher ein ernstes, zurückgezogenes Kind? Nicht jeder ist ein Clown und kokettiert automatisch mit der Kamera. Aber auch ein gelangweilter Ausdruck kann ein sehr ansprechendes Foto ergeben.

Machen Sie sich im Vorhinein auch Gedanken, welche Art von Foto Sie machen möchten: Ein geplantes Foto im Studio-Look oder ein Foto aus dem Alltag des Kindes. Achten Sie beim Porträtieren auf die Schärfentiefe. Grundsätzlich empfiehlt sich eine offene Blende von f/1.8 bis f/5.6, um den Hintergrund unscharf gestalten zu können und das Augenmerk auf das Kind zu lenken. Setzen Sie den Schärfepunkt dabei immer auf die Augen. Eine Porträtbrennweite von 50- 130mm (umgerechnet auf Kleinbildformat) hat sich dabei bewährt.

Und wie bei allen Porträtaufnahmen gilt auch hier der Tipp: Achten Sie auf einen ruhigen Hintergrund, um nicht vom eigentlichen Motiv abzulenken. Ein schönes Mauerwerk oder große Bäume sind zum Beispiel interessante Hintergründe bei Aufnahmen mit kleinen Kindern.

5. Still sitzen? Auf keinem Fall

Kinder haben nun mal Hummeln im Po. Still sitzen und in die Kamera lächeln liegt ihnen einfach nicht. Mit diesem Umstand müssen sich Fotografen arrangieren. Um keinen Moment zu verpassen, sollten Sie also die Auslösefrequenz der Kamera erhöhen, den Serienmodus einstellen und viele Fotos machen. Die Chancen, ein richtig gutes Foto zu erhaschen, steigen so rasant.

Sinnvoll ist außerdem, wenn Sie zwischendurch immer mal wieder Vorfokussieren und die Bildkomposition dabei im Auge behalten, bevor Sie auslösen. Achten Sie außerdem auf eine kurze Verschlusszeit, um Bewegungen einfrieren zu können. Wenn Sie bei längerer Verschlusszeit das Kind scharf und den Hintergrund unscharf abbilden möchten, so sollten Sie dem Kind während des Auslösens mit der Kamera in seiner Bewegung folgen. Stellen Sie dabei den Autofokus der Kamera auf automatische Schärfenachführung und Serienbildaufnahme. Diese Technik erfordert zwar etwas Übung, doch das Ergebnis ist es wert.

6. Ab nach draußen

Der Frühling steht glücklicherweise in den Startlöchern. Von daher lautet die Devise ab sofort wieder „Ab nach Draußen“! Unter freiem Himmel werden Sie praktischerweise keine Belichtungsprobleme haben. Suchen Sie einen beim Kind beliebten Platz, wie etwa den Garten, Spielplatz oder im Sommer das Planschbecken auf. Achten Sie allerdings darauf, an heißen Tagen nicht unbedingt tagsüber zur Mittagszeit zu fotografieren. Das Licht wirkt sehr hart, das Kind muss vielleicht auch ständig blinzeln und auch die Temperaturen können unangenehm werden.

Außerdem kann das Licht zu dieser Tageszeit einen unschönen Blaustich aufweisen. Wählen Sie deshalb lieber den späten Nachmittag. Das Licht wirkt nicht nur weicher und wärmer, sondern auch die Temperaturen sind angenehmer. Macht das Wetter Ihnen einen Strich durch die Rechnung, kann das Zimmer durchaus als improvisiertes Studio dienen. Sobald Sie eine freie Wand zur Verfügung haben, steht schon der ideale Hintergrund bereit. Sorgen Sie für homogene Farben im Umfeld des Kindes, denn nur so kann die zerbrechliche Schönheit, insbesondere bei Neugeborenen, zum Ausdruck kommen.

Falls Sie nicht um das Blitzen herumkommen sollten, erklären Sie es vorher. Viele Knirpse hassen Blitzlicht. Blitzen Sie immer indirekt über die Zimmerdecke, sonst wirkt der Hautton schnell unnatürlich.

Objektivtipp:

Bei der Kinderfotografie kommt es auf Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit an, um den richtigen Augenblick zu erwischen und den Bildausschnitt in Sekunden - schnelle zu variieren. Schließlich sind die Kleinen in den seltensten Fällen einfach zu bändigen. Oftmals muss man als Fotograf Gas geben und auch mal hinterherwetzen. Gut dran ist, wer ein Telezoom-Objektiv zur Hand hat.

Empfehlenswert ist zum Beispiel das Sigma AF 50-100/1.8 DC HSM, welches zur Verwendung an APS-C Kameras geeignet ist. Mit seiner Lichtstärke haben Sie auch keine Probleme das schlafende Baby im abgedunkelten Raum zu fotografieren.

Mehr zum Objektiv gibt es hier